Flüchtlingscamp ″Dschungel″ von Calais wächst rasant | Aktuell Europa | DW | 19.08.2016
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Aktuell Europa

Flüchtlingscamp "Dschungel" von Calais wächst rasant

Die Hoffnung der französischen Behörden, das slumartige Flüchtlingscamp auflösen zu können, hat sich als Illusion erwiesen. Die Präfektur räumte ein, zuletzt seien in dem Lager fast 7000 Menschen gezählt worden.

Die Zahl der Flüchtlinge in dem provisorischen Camp in der Nähe des Hafens von Calais sei massiv angestiegen, teilten die Behörden der nordfranzösischen Region Pas-de-Calais mit. Zuletzt seien in dem unter dem Namen "Dschungel" bekannten Lager rund 6900 Flüchtlinge registriert worden. So viele Menschen hatten die Behörden seit der Entstehung des derzeitigen Lagers im Frühjahr 2015 noch nie gezählt. Hilfsorganisationen gehen von deutlich höheren Zahlen aus und hatten vor kurzem von mehr als 9000 Menschen gesprochen.

Frankreich Flüchtlingscamp Dschungel in Calais (Foto: AFP/Getty Images)

Zeltstadt für Tausende Menschen mit 60 Duschen

Die Zustände im "Dschungel" von Calais werden seit Jahren kritisiert. Viele französische Nichtregierungsorganisationen machen immer wieder auf die unsäglichen hygienischen Verhältnisse aufmerksam.

Vage Hoffnung auf ein besseres Leben in Großbritannien

Eigentlich bemühen sich die Behörden seit Monaten, die Zahl der illegalen Einwanderer zu senken, die auf einer Brache an der Peripherie der Hafenstadt in der provisorischen Zeltstadt hausen. Im März hatte es eine Teilräumung der Behelfsunterkünfte gegeben. Nach Angaben der Präfektur wurden seit vergangenem Jahr mehr als 5300 Migranten von Calais aus in Aufnahmezentren im ganzen Land gebracht. In Calais hat der französische Staat Container-Unterkünfte für bis zu 1900 Menschen eingerichtet.

Hilfe zur Selbsthilfe - fast 70 Läden betreiben Fllüchtlinge in dem wilden Camp (Foto: AFP/Getty Images)

Hilfe zur Selbsthilfe - fast 70 Läden betreiben Fllüchtlinge in dem wilden Camp

Die schwierige Situation in dem inoffiziellen Lager hängt auch damit zusammen, dass die Behörden weiterhin Mühe haben, die Migranten von einer Umsiedlung in andere Unterkünfte zu überzeugen. Die meisten Flüchtlinge wollen in der Nähe des Kanaltunnels bleiben. Sie hoffen, dass es ihnen gelingt, von Calais aus illegal durch den Tunnel oder über den Ärmelkanal nach Großbritannien zu gelangen. Sie versprechen sich dort größere Chancen auf ein besseres Leben und beantragen deswegen kein Asyl in Frankreich.

Wegen eines zunehmenden Andrangs von Flüchtlingen wurden der Hafen und der Zugang zum Ärmelkanaltunnel im vergangenen Jahr aber verstärkt abgeriegelt.

qu/rb (dpa, afp, APE)

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