Flüchtlinge der ″Aquarius″ gehen von Bord | Aktuell Europa | DW | 30.09.2018
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Migration

Flüchtlinge der "Aquarius" gehen von Bord

Die Rettungsmissionen des privaten Schiffs "Aquarius" sind politisch hochumstritten. Vor allem die italienische Regierung wehrt sich gegen die Aufnahme von Migranten. Malta hat nun eine kleine Gruppe an Land gelassen.

Die vom Hilfsschiff "Aquarius" zuletzt geretteten Flüchtlinge sind nach fast einer Woche des Wartens in Malta an Land gegangen. In Agenturberichten heißt es, die 58 größtenteils aus Libyen stammenden Geflüchteten seien in der maltesischen Hauptstadt Valletta in zwei Busse gestiegen. Sie waren zuvor am Morgen zunächst auf ein Patrouillenboot der Küstenwache in internationalen Gewässern gebracht worden.

Die Migranten - 17 Frauen, 18 Minderjährige und 23 Männer - sollten gemäß einer am Dienstag geschlossenen Einigung auf vier EU-Staaten verteilt werden. Frankreich erklärte sich demnach zur Aufnahme von 18 Flüchtlingen bereit. Deutschland und Spanien wollen jeweils 15 Flüchtlinge aufnehmen, Portugal zehn. Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen, UNHCR, äußerte sich dankbar gegenüber den EU-Ländern. Zugleich mahnte es, solche Absprachen über die aus Seenot im Mittelmeer geretteten Menschen schneller zu treffen. Dies rette Leben.

Zurück nach Marseille

Nach Angaben der Regierung in Valletta wird die von den Hilfsorganisationen SOS Mediterranee und Ärzte ohne Grenzen betriebene "Aquarius" ihren Weg nach Marseille fortsetzen, ihren Heimathafen in Südfrankreich. Dies sei notwendig, "um ihre staatenlose Position" zu klären. Panama hatte dem Schiff nach einer Beschwerde aus Italien vor einer Woche die Flagge entzogen.

Die Regierung in Rom verweigert Hilfsschiffen mit Flüchtlingen an Bord seit dem Sommer das Anlegen in ihren Häfen. Italiens Innenminister Matteo Salvini beschuldigte die Crew der "Aquarius", eine Art Beförderungsdienst für Migranten zu betreiben. Besonders dramatisch war eine Odyssee des Schiffs im Juni, nachdem es vor der libyschen Küste 630 Flüchtlinge an Bord genommen hatte. Italien und Malta verweigerten der "Aquarius" das Anlegen, nach tagelangem Warten durfte sie schließlich in den Hafen der spanischen Stadt Valencia einlaufen.

Fünf Tote in der Ägäis

Nicht gerettet werden konnten fünf Menschen, die von der Türkei aus eine griechische Insel erreichen wollten. Sie ertranken, als ihr Boot vor der Küste des westtürkischen Bezirks Sultanice kenterte, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtet. Griechenland kündigte derweil an, etwa 6000 Flüchtlinge aus überfüllten Lager auf den Ostägäisinseln auf das Festland bringen. Die Lage in den sogenannten Hotspots sei "grenzwertig", sagte Migrationsminister Dimitris Vitsas.

ml/rb (afp, dpa)

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