Finanzspritze für deutsche Auslandsschulen | Deutschlehrer-Info | DW | 21.05.2020
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Deutschlehrer-Info

Finanzspritze für deutsche Auslandsschulen

Seit Wochen sind viele der 140 Deutschen Schulen im Ausland geschlossen. Doch ohne Einnahmen müssen sie um ihre Existenz bangen. Jetzt hat das Auswärtige Amt Soforthilfe in Höhe von 70 Millionen Euro zugesagt.

Außenaufnahme der Alexander-von-Humboldt-Schule in Lima, davor eien Statue mit Mudnschutz (WDA)

Wartet auf Schüler: die Alexander-von-Humboldt-Schule in Lima

Die Klassenzimmer der Humboldt-Schule in Perus Hauptstadt Lima sind verwaist. Normalerweise lernen hier etwa 1.500 Kinder und Jugendliche. Doch seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie sehen die Schüler ihre Lehrer nur noch auf dem Bildschirm. Die Umstellung auf digitalen Unterricht ist allerdings nicht die größte Herausforderung, vor der die Schule derzeit steht. Die Bildungseinrichtung befindet sich in einer finanziellen Notlage.

Die Humboldt-Schule ist eine von 140 Deutschen Schulen im Ausland. Sie wird - ebenso wie jede andere Auslandsschule - von einem gemeinnützigen Trägerverein geführt. Die Träger erwirtschaften rund 70 Prozent ihrer Mittel eigenständig über Schulgelder. Den Rest stellen Bund und Länder auf Grundlage des Auslandsschulgesetzes bereit - zum Beispiel durch das Entsenden von Lehrkräften.

Dr. Peter Fornell (WDA)

WDA-Chef Peter Fornell freut sich über die Finanzhilfe vom Bund

Doch durch die Pandemie seien die Schulen fast flächendeckend in eine missliche Wirtschaftslage gerutscht, so Peter Fornell. Er ist Vorsitzender des Weltverbands Deutscher Auslandsschulen (WDA). „Die Schulen sind darauf angewiesen, dass die Eltern das Schulgeld zahlen“, erklärt er. Viele Familien seien durch die Corona-Krise aber selbst von finanziellen Einbußen betroffen und könnten deshalb die Gebühren nicht mehr zahlen. Andere Eltern fordern eine Senkung der Schulgebühren, da der Unterricht nur noch digital stattfindet. Das Problem: Fixkosten müssen weiter gedeckt und Lehrkräfte bezahlt werden.

Umfrage zeigt finanzielle Schieflage

Eine Umfrage des WDA zeigt den Ernst der Lage. Darin wurden 105 Schulträger zur aktuellen Situation während der Corona-Pandemie befragt. Das Ergebnis: 64 Trägervereine sehen die Existenz ihrer Schulen stark bedroht. 72 Prozent rechnen damit, dass die Zahl ihrer Schüler sinken wird. Nahezu alle Schulen fürchten eine negative Geschäftsentwicklung. 

Doch jetzt kommt Hilfe vom Auswärtigen Amt. „Wir lassen die Deutschen Auslandsschulen in dieser Krise nicht allein“, sagte Staatsministerin Michelle Müntefering. Und bekommt Rückendeckung von ihrem Chef, Außenminister Heiko Maas: Internationale Kulturpolitik sei unverzichtbar für eine Außenpolitik der Gesellschaften, sagt er und versprach, die deutschen Auslandsschulen mit 70 Millionen Euro Soforthilfe auszustatten.

Peter Fornell vom Weltverband Deutscher Auslandsschulen zeigt sich erleichtert: „Der WDA wird sich nun weiter für eine pragmatische, gerechte und schnelle Verteilung der Mittel einsetzen.“

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