Filmregisseur Nicolas Roeg gestorben | Kultur | DW | 24.11.2018
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Kultur

Filmregisseur Nicolas Roeg gestorben

Bekannt wurde er vor allem durch den Horrorfilm "Wenn die Gondeln Trauer tragen" aus dem Jahre 1973 mit Julie Christie und Donald Sutherland. Jetzt ist Nicolas Roeg im Alter von 90 Jahren gestorben.

Das berichtet die BBC unter Berufung auf Familienangehörige. Weitere Einzelheiten zu seinem Tod sind bisher nicht bekannt. 

Weltruhm mit "Don’t Look Now"

Nicolas Roeg galt als einer der originellsten Filmemacher Großbritanniens. Als einer, der stets seinen eigenen Kopf hatte, ein Außenseiter, der sich nie auf ein Genre festlegen wollte.

Bekannt wurde er 1973 mit dem tieftraurigen Horrormelodram "Don’t Look Now". In dem Film, der in Deutschland als "Wenn die Gondeln Trauer tragen" lief, spielt Donald Sutherland an der Seite von Julie Christie einen Vater, der während eines Venedig-Aufenthalts den Tod seines Kindes zu verarbeiten versucht. Auch Donald Sutherland verhalf der Film zum Durchbruch, bis heute gilt der Streifen als sein wohl größter Erfolg. Auch wegen einer Sexszene sorgte der Film noch Jahre später für reichlich Gesprächsstoff.

Wenn die Gondeln Trauer tragen mit Julie Christie / Donald Sutherland (picture-alliance/United Archives)

Julie Christie und Donald Sutherland in "Wenn die Gondeln Trauer tragen" (1973)

Nicolas Roeg wurde 1928 in London geboren. In den Filmstudios, die sich praktischerweise gegenüber seines Elternhauses befanden, arbeitete er sich vom Laufburschen zum Kameraassistenten hoch. Für den Oscar-gekrönten Film "Lawrence von Arabien" (1962) drehte er als Kameramann der Second Unit. Beim Dreh von "Doktor Schiwago" (1965) geriet er mit dem Regisseur aneinander und wurde gefeuert. Später war er Kameramann bei Klassikern wie Francois Truffauts "Fahrenheit 451" (1966) oder John Schlesingers "Die Herrin von Thornhill" (1967).

Roeg holt Mick Jagger, David Bowie und Art Garfunkel vor die Kamera

Filmstill Der Mann, der vom Himmel fiel (imago/United Archives)

David Bowie in "Der Mann, der vom Himmel fiel" (1976)

Beim psychodelischen Gangsterfilm "Performance" durfte Roeg 1970 erstmals (zusammen mit Donald Cammell) Regie führen. Mick Jagger von den Rolling Stones spielt darin einen zurückgezogenen Rockstar. "Performance" wurde ein Skandalfilm, nicht nur wegen der sexuellen Experimente der Hauptpersonen, sondern auch wegen Roegs ungewöhnlicher Sprünge zwischen Wirklichkeit und surrealen Drogenträumen.

Seine von mancher Seite skeptisch beäugte Montagetechnik setzte Roeg ein Jahr später im australischen Drama "Walkabout" (1971) fort. Dass der Film an der Kinokasse floppte, war ihm egal: "Ich habe nie versucht, meinen Ruf zu verbessern", sagte Roeg einmal dem "Telegraph". Auf Nummer Sicher gehen war nicht sein Ding. Die Zusammenarbeit mit Rockstars dagegen scheinbar schon: Im Kultfilm "Der Mann, der vom Himmel fiel" (1976) spielte der Anfang 2016 verstorbene David Bowie die Hauptrolle. Und in "Blackout - Anatomie einer Leidenschaft" (Originaltitel "Bad Timing, A Sexual Obsession") holte er 1980 Theresa Russel und Art Garfunkel als Liebespaar vor die Kamera.

Blackout - Anatomie einer Leidenschaft (Film) (koch media)

Art Garfunkel und Theresa Russel in "Blackout - Anatomie einer Leidenschaft" (1980)

nf/mak (dpa / British Film Institute)

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