Filmfestival in Karlsbad würdigt Regisseur-Ikone Milos Forman | Filme | DW | 29.06.2018
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Filmfestival

Filmfestival in Karlsbad würdigt Regisseur-Ikone Milos Forman

Im westböhmischen Karlsbad startet das 53. internationale Filmfestival KVIFF. In diesem Jahr wird der 2018 verstorbenen Oscar-Preisträger und gebürtige Tscheche Milos Forman geehrt.

Als Eröffnungsfilm des renomierten Festivals in Karlovy Vary flimmert das Schwarz-Weiß-Drama "Die Liebe einer Blondine" von 1965 über die Leinwände. Mit diesem Kinofilm feierte Forman international seine ersten Erfolge. Später wurde der Regisseur von "Einer flog über das Kuckucksnest", "Amadeus" und dem Filmmusical "Hair" vielfach preisgekrönt. Er starb im April 2018 im Alter von 86 Jahren im US-Bundesstaat Connecticut.

Die Filmschau, die bis zum 7. Juli 2018 stattfindet, zollt dem Hollywood-Regisseur auch musikalisch Tribut. Vor dem Festivalhotel Thermal in Karlsbad (Karlovy Vary) spielt das Nationale Symphonieorchester unter der Leitung von Libor Pesek bekannte Klänge aus Filmen wie "Amadeus", "Hair", "Taking Off" und "Der Feuerwehrball" als Open-Air-Konzert.

Eines der ältesten Festivals der Welt

Forman sei nicht nur ein ausgezeichneter Filmemacher, sondern auch ein großer Freund des Karlsbader Filmfests gewesen, erinnerte Festivalpräsident Jiri Bartosek. Nach dem Ende des Prager Frühlings 1968 war Forman in die USA emigriert.

Legendär ist bis heute diese Geschichte aus dem Jahr 1990: Kurz nach der demokratischen Wende in der früheren Tschechoslowakei entschied der Filmemacher spontan, aus Paris mit dem Fahrrad zum Festival in Karlsbad zu fahren. "Das war die schlimmste sportliche Erfahrung meines Lebens", erzählte Formans Kompagnon, der Kostümbildner Theodor Pistek, später. 

Das Festival in der tschechischen Stadt gehört zu den 15 A-Festivals weltweit. Es steht auf einer Stufe mit den Veranstaltungen in Cannes, Venedig und Berlin. Doch das Festival, das es seit dem Jahre 1946 gibt und das damit zu den ältesten weltweit gehört, lenkt sein besonderes Augenmerk natürlich auf Produktionen aus Mittel- und Osteuropa.

Präsentiert werden aber auch Filme aus aller Welt, aus den USA und Asien vor allem. Darüber hinaus bemüht sich Karlovy Vary um die reiche Filmtradition der Tschechischen und Slowakischen Republik. Es findet in der ersten Julihälfte statt und zeigt jeweils Premieren von rund 200 neuen Filmen aus aller Welt.

Der beste wird traditionell mit dem Hauptpreis, dem Kristallglobus, ausgezeichnet. Der "East of the West Award", mit dem seit 2005 ausschließlich Produktionen aus Osteuropa prämiert werden, ist in den vergangenen Jahren zum zweiten wichtigen Preis des Festivals avanciert.

sd/pg (dpa/afp/kviff.com)

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