Feuriges Andocken der ″Nauka″ an der ISS | Wissen & Umwelt | DW | 29.07.2021
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Raumfahrt

Feuriges Andocken der "Nauka" an der ISS

Nach achttägiger Reise ist das russische Forschungsmodul "Nauka" an der Internationalen Raumstation ISS angekommen - nach dem Andocken gab es jedoch einen kleinen Zwischenfall.

Nauka-Modul im Weltall

"Nauka" kurz vor dem Andocken an die ISS

Russlands neues Labor-Modul "Nauka" hat nach dem Andocken an die Internationale Raumstation (ISS) für einen Schockmoment gesorgt. Nachdem das Modul zunächst wie geplant an der ISS angedockt hatte, zündeten seine Triebwerke ungeplant und drehten die gesamte Raumstation, wie die US-Raumfahrtbehörde NASA auf Twitter mitteilte. Die Fluglage der ISS habe sich dadurch um 45 Grad geändert. Die Besatzung der ISS habe die Triebwerke des russischen Teils der Station gezündet, um gegenzusteuern. Eine Gefahr für die Raumfahrer bestand laut NASA nicht. Später teilte die US-Raumfahrtbehörde mit, das Problem sei "behoben" worden und "alle Systeme funktionieren normal".

"Nauka" schafft mehr Komfort

Es wird nun noch mehrere Monate und mehrere Weltraumspaziergänge erfordern, um das Modul vollständig in die Raumstation zu integrieren. "Nauka" war in der vergangenen Woche vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan aus mit einer russischen Proton-Rakete gestartet. Das neue Modul dient hauptsächlich der Forschung und der Lagerung von Laborausrüstung.

Es wird aber auch das Leben der Menschen an Bord der ISS etwas komfortabler machen. Für den russischen Teil der Raumstation schafft "Nauka" Platz für Wasser, Fracht und Sauerstoffgeräte zur Regeneration. An Bord befindet sich auch der Roboterarm ERA der Europäischen Weltraumorganisation, der als erster Roboterarm auch den russischen Teil der ISS erreichen kann.

"Starliner"-Start verschoben

Unterdessen teilte die NASA mit, dass sie den für Freitag geplanten Start eines "Starliner"-Raumschiffs von der Firma Boeing zur ISS zunächst auf unbestimmte Zeit verschiebe. Mit dem unbemannten Testflug soll die Grundlage dafür geschaffen werden, dass mit dem "Starliner" künftig Astronauten zur Raumstation transportiert werden können.

Starliner beim Absturz

"Starliner"-Test - im Dezember noch gescheitert

Eigentlich sollte das schon längst passieren, doch beim ersten Test im Dezember 2019 hatte es das Raumschiff nicht in den Orbit und zur ISS geschafft, unter anderem wegen eines Problems mit der automatischen Zündung der Antriebe. Die Verschiebung gebe dem Team der Internationalen Raumstation Zeit, weitere Tests am neu eingetroffenen "Nauka"-Modul der russischen Weltraumbehörde Roskosmos durchzuführen.

fab/mak (dpa, afp)

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