Festnahmen nach Überschwemmung | Aktuell Europa | DW | 10.08.2018
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Südfrankreich

Festnahmen nach Überschwemmung

Nach der Überschwemmung eines Ferienlagers an der Ardeche sind zwei deutsche Verantwortliche vorläufig in Polizeigewahrsam. Der Vorwurf - fahrlässige Körperverletzung und Betreiben eines Zeltplatzes ohne Genehmigung.

Gegen den Vorsitzenden und den stellvertretenden Vorsitzenden der Jugendförderung St. Antonius in Leverkusen werde unter anderem wegen fahrlässiger Körperverletzung und Betreibens eines Campingplatzes ohne behördliche Genehmigung ermittelt, teilte die Staatsanwaltschaft Nimes mit.

Zudem wird den beiden Männern nach Angaben der französischen Staatsanwaltschaft zur Last gelegt, "das Leben anderer in Gefahr gebracht zu haben". Ein Betreuer des deutschen Ferienlagers wird vermisst, seit der Zeltplatz in Saint-Julien-de-Peyrolas am Donnerstag nach heftigen Regenfällen überschwemmt wurde.

Behörden haben vor einer Überschwemmung gewarnt

Die Gemeinde wirft den deutschen Betreibern des Ferienlagers vor, ihr Camp zu nah an den Fluss Ardeche gebaut zu haben, der sich nach den Regenfällen in einen reißenden Strom verwandelte.

Die Behörden erklärten, sie hätten die Deutschen 48 Stunden vor dem Drama vor einer möglichen Überschwemmung ihres Campingplatzes gewarnt. Der Bürgermeister schaltete nach Angaben der Staatsanwaltschaft sogar das zuständige Verwaltungsgericht ein. Dennoch befanden sich noch zahlreiche Kinder und Jugendliche auf dem Zeltplatz, als der Fluss über die Ufer trat. Der zuständige Staatsanwalt Eric Morel sagte, die Ermittler seien in "sehr großer Sorge" um den Vermissten. "Sollte er tot aufgefunden werden, würde die Ermittlung auf fahrlässige Tötung ausgeweitet", betonte er.

184 Gerettete kehren nach Deutschland zurück

Polizei und Feuerwehr suchten weiter nach dem Vermissten. Sein Alter wurde von der französischen Feuerwehr zuletzt mit 75 Jahren angegeben. Die "Rheinische Post" berichtete dagegen unter Berufung auf die Veranstalter, der Mann sei 66 Jahre alt und stamme aus Köln. Die deutschen Kinder und Jugendlichen sollen mit Bussen zurück nach Leverkusen gebracht werden, wie der Ferienlager-Betreiber auf Facebook mitteilte. Zu der Gruppe gehören nach Informationen der "Rheinischen Post" rund hundert deutsche Minderjährige und 30 bis 40 Betreuer. Nach Angaben der französischen Behörden wurden insgesamt 184 Menschen gerettet, die sich in dem deutschen Zeltlager und auf zwei angrenzenden Campingplätzen aufhielten - darunter 136 Kinder und Jugendliche und 48 Erwachsene.

nob/qu (afp, dpa)