Festnahme nach Todesschüssen in Kenosha | Aktuell Amerika | DW | 27.08.2020
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Vereinigte Staaten

Festnahme nach Todesschüssen in Kenosha

Die US-Polizei hat einen Teenager gefasst, der während der Proteste gegen Polizeigewalt im Bundesstaat Wisconsin zwei Menschen erschossen haben soll. Und Präsident Donald Trump will "Gesetz und Ordnung" wiederherstellen.

USA Wisconsin Protest Jacob Blake

Das Foto soll den später festgenommenen Jugendlichen zeigen

Nach tödlichen Schüssen auf zwei Menschen während der Proteste gegen Polizeigewalt im US-Bundesstaat Wisconsin ist ein 17-Jähriger festgenommen worden. Die Polizei nahm den Teenager in Antioch im benachbarten Bundesstaat Illinois in Gewahrsam, wie die Behörden bekanntgaben. Er wurde formell des Mordes beschuldigt. Die genauen Hintergründe der Tat sind noch unklar.

Laut Medienberichten ging die Polizei dem Verdacht nach, dass die tödlichen Schüsse in der Stadt Kenosha ihren Ursprung in einem Streit zwischen Protest-Teilnehmern und einer bewaffneten Gruppe hatten, die eine Tankstelle bewachten. In den vergangenen Tagen waren in Kenosha zahlreiche Demonstranten auf die Straße gegangen, um den Fall des Afroamerikaners Jacob Blake anzuprangern. Der Familienvater war am Sonntag schwer verletzt worden, als ihn ein Polizist mehrfach in den Rücken schoss.

Bedrohung durch ein Messer?

In dem Auto, in das Blake einsteigen wollte, wurde ein Messer sichergestellt, wie Wisconsins Generalstaatsanwalt Joshua Kaul inzwischen mitteilte. Der 29-Jährige habe den Polizisten zuvor "an einem bestimmten Punkt" gesagt, dass er ein Messer habe, so Kaul weiter. Weitere Waffen seien in dem Fahrzeug nicht gefunden worden.

USA Wisconsin Kenosha | Protest Jacob Blake

Etliche Fahrzeuge gingen in Kenosha (Wisconsin) im Flammen auf

US-Präsident Donald Trump kündigte die Entsendung von Bundespolizisten und zusätzlichen Nationalgardisten nach Kenosha an. "Wir werden Plünderungen, Brandstiftung, Gewalt und Gesetzlosigkeit auf amerikanischen Straßen nicht hinnehmen", twitterte Trump. "Gesetz und Ordnung" sollten wiederhergestellt werden. Es war seine erste Reaktion seit den Schüssen auf Jacob Blake.

Der Präsident für "Recht und Ordnung"

Auch Vize-Präsident Mike Pence ging in seiner Rede während des Nominierungsparteitags der Republikaner auf die Proteste gegen Polizeigewalt und Rassismus ein. Die Gewalt müsse aufhören, so Pence. "Zu viele Helden sind gestorben für die Verteidigung unserer Freiheit, um zu sehen, wie Amerikaner gegeneinander losschlagen." Und in Richtung des demokratischen Herausforderers Joe Biden sagte Pence: "Die Wahrheit ist: Sie werden in Joe Bidens Amerika nicht sicher sein." Biden sei ein "trojanisches Pferd der radikalen Linken", die der Polizei die Finanzmittel streichen wolle. Trump dagegen stehe für "Recht und Ordnung".

Vize-Präsident Mike Pence am Rednerpult

Pence verspricht den Amerikanern Sicherheit

Spiel-Boykott in der NBA

Der Protest im US-Sport gegen Rassismus und Polizeigewalt erreichte unterdessen eine neue Stufe: In der Basketball-Profiliga NBA verzichteten die Milwaukee Bucks auf ihr Playoff-Spiel gegen Orlando Magic - in der Folge wurden alle für den Mittwoch angesetzten Partien abgesagt.

"Wir haben das Töten und die Ungerechtigkeit satt", sagte Bucks-Guard George Hill der Online-Plattform "The Undefeated". Wie es in der NBA nun weitergeht, ist völlig offen. TV-Experten rechneten mit weitreichenden Folgen für die Liga und möglicherweise weiteren Verschiebungen und Absagen.

wa/ww (afp, dpa, sid)

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