Fed-Vize: Tür für Zinserhöhung offen | Aktuell Amerika | DW | 29.08.2015
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Aktuell Amerika

Fed-Vize: Tür für Zinserhöhung offen

Der Vizepräsident der US-Zentralbank, Fischer, sieht Hinweise für eine steigende Inflation. Politik und Märkte sind sehr gespannt: Die Fed tagt wieder Mitte September.

"Wir sollten nicht warten, bis die Inflation wieder bei zwei Prozent liegt". Die US-Notenbank hält sich die Tür für eine Zinserhöhung im September offen, wie Vizepräsident Stanley Fischer in Jackson Hole (Wyoming) erläuterte. Es sei "nicht unwahrscheinlich, dass sich die Ursachen der derzeit niedrigen Inflation langsam auflösten", sagte er laut Fed-Manuskript. Wichtige Geldpolitiker aus der ganzen Welt waren seit Donnerstag zu ihrem jährlichen, informellen Treffen in Jackson Hole zusammen. Das Treffen endete am Samstag.

Fischer sagte, es gebe gute Gründe für eine wieder - über zwei Prozent - steigende Inflation. So begännen sich zum Beispiel einige Effekte für einen starken Dollar und den Absturz des Ölpreises allmählich aufzulösen. Beides seien Schlüsselfaktoren für eine niedrige Inflation.

Politik und Märkte warten mit großer Spannung, ob die Fed bei ihrer nächsten Sitzung am 16. und 17. September eine Zinswende einleiten wird. Sie galt seit Monaten als praktisch ausgemacht, aber zuletzt äußerten sich führende Vertreter der Notenbank, Investoren und Analysten wieder zurückhaltender. "Bei unseren geldpolitischen Entscheidungen interessieren wir uns mehr dafür, wohin die US-Wirtschaft geht als dafür, woher sie kommt", sagte Fischer.

In Jackson Hole sprachen die Notenbanker auch über die Folgen des Einbruchs des chinesischen Aktienmarktes und die jüngsten, schweren Turbulenzen an den Finanzmärkten. Fischer sagte, die Fed beobachte die Geschehnisse in China andauernd. "Wir müssen den Gesamtzustand der US-Wirtschaft genauso beachten wie den Einfluss anderer Volkswirtschaften auf die USA", so der Fed-Vize. Wie auch in einem Interview mit dem Sender CNBC am Freitag machte Fischer neuerlich klar, dass die jüngsten Wirtschaftsdaten und die Entwicklung der Finanzmärkte in den nächsten beiden Wochen entscheidend für die Beschlüsse über die künftigen Zinsen sind.

In der Finanzkrise wurde Jackson Hole als Tagungsort der Notenbanker ein Begriff. Weil nun sowohl die Chefin der US-Notenbank Fed, Janet Yellen, als auch der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, nicht teilnehmen, war das Treffen weniger brisant als in den Vorjahren.

SC/jj (dpa, APE, afp)