FC Bayern: Hoeneß erklärt Breitner zur Persona non grata | Sport | DW | 27.11.2018
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Krise des FC Bayern

FC Bayern: Hoeneß erklärt Breitner zur Persona non grata

Das Tischtuch zwischen den früheren FC-Bayern-Stars Uli Hoeneß und Paul Breitner ist wieder einmal zerschnitten. Der Vereinspräsident verbannt den unbequemen Kritiker von der Bayern-Ehrentribüne.

Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass beim FC Bayern angesichts der sportlichen Krise des deutschen Fußball-Rekordmeisters die Nerven blank liegen - diese Nachricht hätte dazu getaugt: Vereinspräsident Uli Hoeneß hat seinen früheren Kumpel Paul Breitner zur unerwünschten Person auf der Ehrentribüne der Münchener erklärt. Es habe einen Anruf von Finanzvorstand Jan-Christian Dreesen gegeben, sagte Breitner der "Bild"-Zeitung: "Mir werde von Uli Hoeneß nahegelegt, mich auf absehbare Zeit nicht im Ehrengast-Bereich blicken zu lassen. Ich habe ihm gesagt: Damit habe ich ohnehin gerechnet. Und ich möchte den einen oder anderen im Moment sowieso nicht sehen." Er werde, so Breitner, die beiden Ehrenkarten, die er als Ehrenspielführer des FC Bayern habe, an Dreesen zurückschicken. "Ich möchte nicht den Eindruck erwecken, dass ich Freikarten will", sagte der 67 Jahre alte frühere Mittelfeldchef und Wortführer der Münchener.

Zusammen in einer WG gelebt

Hoeneß und Breitner kennen sich seit über 50 Jahren. Zu Beginn ihrer Fußballer-Karrieren lebten sie zusammen in einer Wohngemeinschaft, auch beim FC Bayern waren sie in der 1970er Jahren Zimmergenossen. "Es klingt vielleicht blöd, aber der Uli und ich haben oft den Eindruck eines alten Ehepaars gemacht", erzählte Breitner einmal in einer Fernsehdokumention.

München - Fußballer Hoeneß und Breitner 1973 in Badehose (picture-alliance/dpa/I. Bajzat)

Einst ein Herz und eine Seele: Hoeneß (l.) und Breitner 1973

Schon einmal hatten sich die beiden überworfen: in der Saison 1982/83, im letzten Jahr Breitners als Bayern-Spieler, als Hoeneß gerade Manager geworden war. Zehn Jahre lang herrschte Funkstille, ehe sich die beiden wieder versöhnten. Später beriet Breitner sogar den Bayern-Vorstand, arbeitete als Scout und war bis 2017 auch Markenbotschafter des Vereins.

Ziemlich beste Feinde

Nach der denkwürdigen Medienschelte von Präsident Hoeneß und Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge Ende Oktober kippte die Waage wieder Richtung Streit. Breitner feuerte im Bayerischen Rundfunk eine volle Breitseite gegen die Bayern-Verantwortlichen ab: "Ich bin nach wie vor deprimiert, weil ich mir nie vorstellen konnte in 48 Jahren, die ich mit oder am Rande des FC Bayern lebe, dass sich dieser Verein diese Blöße gibt, dass er diese Schwäche zeigt." Und so wurden aus den ziemlich besten Freunden Hoeneß und Breiter wieder einmal ziemlich beste Feinde.

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