FBI feuert Kritiker von US-Präsident Trump | Aktuell Amerika | DW | 13.08.2018
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USA

FBI feuert Kritiker von US-Präsident Trump

Peter Strzok wurde nach Angaben seines Anwalts "unter politischem Druck" entlassen. Der FBI-Mann spielt eine wichtige Rolle beim Versuch Trumps, die Ermittlungen zur Russland-Affäre als voreingenommen zu diskreditieren.

USA Peter Strzok (Reuters/J. Roberts)

Peter Strzok bei einer Befragung

Obwohl ein internes Disziplinarverfahren gegen seinen Mandanten Peter Strzok lediglich eine Suspendierung für 60 Tage sowie eine Herabstufung seines Dienstgrades empfohlen habe, sei er gefeuert worden, sagte sein Anwalt Aitan Goelman US-Medien. Vize-FBI-Direktor David Bowdich habe Strzok entlassen - nach 21 Jahren beim FBI.

Strzoks Anwalt sagte weiter, die Entlassung sei "eine Reaktion auf politischen Druck" und widerspreche der bisher üblichen Praxis beim FBI. Bei einer langwierigen Untersuchung und mehreren Befragungen durch den US-Kongress sei nicht der kleinste Beweis dafür gefunden worden, dass sich Strzoks "persönliche Ansichten jemals auf seine Arbeit ausgewirkt haben", sagte Goelman. Strzoks Entlassung müsse daher "alle Amerikaner zutiefst beunruhigen."

Gestolpert über private SMS

Der hochrangige FBI-Beamte hatte sich wegen Kritik an US-Präsident Donald Trump in privaten SMS-Nachrichten von den Ermittlungen zur Russland-Affäre zurückziehen müssen. Der 48-Jährige hatte zunächst die Email-Affäre der demokratischen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton untersucht, später gehörte er zum Team von Robert Mueller, dem Sonderermittler in der Russland-Affäre.

In vertraulichen SMS-Textmitteilungen aus dem Jahre 2016 an die FBI-Anwältin Lisa Page, mit der er eine Affäre hatte, hatte Strzok auf deren Frage, ob Trump jemals US-Präsident werde, geantwortet: "Nein. Nein, wird er nicht. Wir werden das stoppen." In einer anderen SMS hatte Strzok Trump als "Desaster" bezeichnet.

Als Sondermittler Mueller im vergangenen Jahr davon erfuhr, trennte er sich von Strzok, um jedem Anschein von Befangenheit vorzubeugen. Doch Trump-freundliche Kreise lancierten die SMS-Mitteilungen an die Medien.

Strzok wurde vor kurzem zehn Stunden vom Justizausschuss des US-Repräsentantenhauses befragt. Zu der strittigen Textnachricht an seine Geliebte sagte er, sie sei eine Reaktion auf beleidigende Äußerungen Trumps gegen die Familie eines gefallenen US-Soldaten gewesen.

Der Präsident jubelt

Donald Trump begrüßte Strzoks Entlassung. Der FBI-Agent sei "endlich" gefeuert worden, schrieb er im Kurzbotschaftendienst Twitter. Die "Liste der schlechten Spieler" beim FBI und beim Justizministerium werde "länger und länger". Trump stellte zudem die Frage, ob die Ermittlungen zur Russland-Affäre nun "fallengelassen" würden - schließlich sei Strzok für diese "Hexenjagd" zuständig gewesen.

In den Ermittlungen Muellers geht es schwerpunktmäßig um mutmaßliche russische Wahlkampf-Einmischungen zugunsten Trumps in den US-Wahlkampf sowie den Verdacht einer möglichen Verwicklung von Trump-Mitarbeitern in diese Interventionen. Die Ermittlungen haben bislang zu Anklageerhebungen gegen 31 Verdächtige geführt, darunter vier frühere Trump-Mitarbeiter und 26 Russen.

qu/sam (dpa, afp, rtr)

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