Fast jedes dritte Opfer von Menschenhandel ist minderjährig | Aktuell Welt | DW | 29.07.2018
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Zahlen von UNICEF

Fast jedes dritte Opfer von Menschenhandel ist minderjährig

Weltweit sind laut UNICEF 28 Prozent der entdeckten Opfer von Menschenhandel unter 18 Jahre alt. Die tatsächliche Zahl ist vermutlich noch höher - die Betroffenen haben oft keinen, der ihnen hilft.

Symbolbild Moderne Sklaverei Menschenhandel Ghana (picture-alliance/dpa/T. Ridley)

Kinder in Ghana (Symbolbild)

In afrikanischen Ländern südlich der Sahara liegt der Anteil von Kindern und Jugendlichen sogar bei 64 Prozent, in Zentralamerika und der Karibik bei 62 Prozent, wie das deutsche UNICEF-Komitee mit Blick auf den Internationalen Tag gegen Menschenhandel an diesem Montag mitteilte. In diese Berechnung fließen allerdings nur die bekannt gewordenen Fälle ein.

"Die tatsächliche Zahl minderjähriger Opfer ist vermutlich noch höher", erklärte das Kinderhilfswerk zusammen mit weiteren UN-Einrichtungen und Nichtregierungsorganisationen in Köln. Noch immer würden viele Fälle von Menschenhandel nicht als solche erkannt. Die betroffenen Mädchen und Jungen vertrauen sich demnach aus Furcht vor den Tätern oder aus Misstrauen nicht der Polizei oder den Behörden an.

Viele hätten auch keine Kenntnis über ihre Rechte, erklärte UNICEF weiter. Zudem würden sich Minderjährige aus Angst vor Stigmatisierung oder vor einer Rückführung in die Heimat, in der sie nicht geschützt werden, keine Hilfe suchen.

Migranten besonders gefährdet

Geflüchtete, migrierte oder vertriebene Kinder seien besonders gefährdet, Opfer von Menschenhandel zu werden. Fehlten sichere und legale Wege der Flucht und Migration, wichen viele auf gefährliche, irreguläre Routen aus oder machten sich allein auf den Weg.

Auch sei die Gefahr für Jungen größer, in die Hände von Menschenhändlern zu gelangen. Sie würden gegenüber Mädchen als weniger hilfsbedürftig angesehen und erhielten deshalb seltener Unterstützung.

Ruf nach wirksamen Maßnahmen

UNICEF-Exekutivdirektorin Henrietta H. Fore forderte die Regierungen auf, die Sicherheit von Kindern zu gewährleisten. Das UN-Kinderhilfswerk dringt unter anderem auf die Schaffung sicherer und legaler Fluchtwege, die Stärkung von Sozial- und Kinderschutzsystemen und mehr internationale Zusammenarbeit der Behörden.

Auch Papst Franziskus verlangte mehr Engagement für minderjährige Opfer von Menschenhandel. "Es liegt in der Verantwortung aller, Ungerechtigkeiten anzuzeigen und entschieden gegen dieses schmähliche Verbrechen vorzugehen", sagte er nach dem Mittagsgebet auf dem Petersplatz in Rom.

Auch Migrationsrouten würden von Menschenhändlern genutzt, um neue Opfer zu finden, betonte Franziskus. Im Zusammenhang mit Menschenhandel stünden weitere Verbrechen wie Organhandel oder die sexuelle Ausbeutung von Kindern, Männern und Frauen.

gri/jj (afp, epd, kna)

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