Fast 90 Tote bei Erdbeben auf Philippinen | Aktuell Asien | DW | 15.10.2013
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Aktuell Asien

Fast 90 Tote bei Erdbeben auf Philippinen

Das Beben hatte eine Stärke von 7,4. Betroffen ist die philippinische Insel Bohol, ein beliebtes Touristenziel.

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Tote und Verletzte bei Erdbeben

Nach Angaben der philippinischen Behörde für Katastrophenschutz kamen durch die Erdstöße mindestens 87 Menschen ums Leben. Das Beben ereignete sich gegen 08.00 Uhr Ortszeit (02.00 Uhr MESZ) 630 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Manila, auf Bohol, einer Insel der Region Visayas. Das Gebiet ist ein beliebtes Touristenziel. Teile des Hafen von Bohol wurden schwer beschädigt worden. Nach den Berichten der Lokalmedien rannten tausende Menschen in Panik auf die Straßen.

Auch auf der nahe gelegenen Insel Cebu war das Erdbeben zu spüren. Mehrere Häuser stürzten ein, zahlreiche Gebäude wurden beschädigt. Die Flughäfen von Cebu und Tagbilaran City seien beschädigt worden, ebenso der Hafen von Tagbilaran City, teilte Transportminister Joseph Emilio Abaya mit.

Auf der Insel Cebu wurde auch die historische Basilika del Santo Niño beschädigt (Foto: Reuters)

Auf der Insel Cebu wurde auch die historische Basilika "del Santo Niño" beschädigt

Allein 77 Todesopfer wurden den Angaben zufolge auf Bohol geborgen. Weitere Todesopfer gab es auf Cebu und der Insel Siquijor. Ausländische Touristen waren ersten Berichten zufolge nicht unter den Opfern. Die Behörden rechnen jedoch mit weiteren Toten.

Das gesamte Ausmaß der Zerstörung ist noch nicht abzusehen, da die Zufahrtswege zu den am schlimmsten betroffenen Gebieten auf Bohol blockiert waren und die Stromversorgung teilweise unterbrochen war. Nach Angaben der Behörden hielten sich wegen eines Feiertags weniger Menschen als sonst in öffentlichen Gebäuden auf.

Mehr als 7000 Inseln

Die US-Erdbebenwarte USGS gab die Stärke des Beben mit 7,4 an. Das Epizentrum habe nahe Bohol in 56 Kilometer Tiefe gelegen. Bei solchen Tiefen halten sich die Schäden normalerweise in Grenzen. Die philippinische Katastrophenbehörde schätzte die Tiefe hingegen auf nur 33 Kilometer. Nach dem heftigen Erdstoß am Morgen wurden auf den Philippinen mindestens vier Nachbeben mit einer Stärke von mehr als 5,0 gemessen. Die US-Experten sprachen von einem Beben mit lokaler und regionaler Bedeutung. Die Gefahr eines Tsunamis bestand nach Angaben des Warnzentrums auf Hawaii nicht.

Die Philippinen bestehen aus mehr als 7000 Inseln. In der Region reiben drei verschiedene Erdplatten aneinander. Es ereignen sich daher häufig Erdbeben. Die folgenschwersten der jüngeren Zeit waren 1976 das Beben der Stärke 7,6 im Golf von Moro im Süden des Landes. Dabei kamen 7000 Menschen um. Bei einem gleichstarken Beben 1990 in Luzon im Norden starben 2400 Menschen.

In Vietnam zog unterdessen Wirbelsturm "Nari" über das Zentrum des Landes hinweg und hinterließ eine Spur der Zerstörung. Fünf Menschen kamen bei dem Unwetter ums Leben.

Japan rüstet sich für Taifun "Wipha"

Unterdessen bereitet sich Japan auf den schwersten Tropensturm seit zehn Jahren vor. Taifun "Wipha" bewege sich mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 200 Stundenkilometern auf das Land zu, teilte die Wetterbehörde mit. Den Prognosen zufolge sollte der Sturm am Mittwochmorgen (Ortszeit) die Region um die Hauptstadt Tokio erreichen und im Verlauf des Tages auch auf die Küste bei Fukushima treffen, wo sich das im März 2011 bei einem Erdbeben und Tsunami schwer beschädigte Kernkraftwerk befindet.

Die Wetterbehörde warnte vor sintflutartigen Regenfällen und stürmischem Wind. Am Mittwoch sollen insgesamt 350 Inlands- und Langstreckenflüge ausfallen. Mehr als 30.000 Passagiere seien davon betroffen. Auch mehr als 30 Hochgeschwindigkeitszüge sollten demnach im Depot bleiben. Der Autobauer Nissan riet seinen Angestellten, am Mittwoch zu Hause zu bleiben.

Arbeiten in Fukushima unterbrochen

Ein Sprecher der Betreiberfirma Tepco versicherte, in der Atomanlage Fukushima würden die nötigen Vorkehrungen zum Schutz des in Tanks gesammelten radioaktiven Wassers getroffen. Die Arbeiten an dem havarierten Kernkraftwerk seien zudem unterbrochen worden. In den vergangenen Wochen war in der Anlage mehrfach kontaminiertes Wasser ausgelaufen. Die Atomaufsichtsbehörde erhob wegen der anhaltenden Pannenserie zuletzt massive Vorwürfe gegen den Betreiber.

sti/wl/SC (dpa, rtr, afp)

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