Fast 40 Milliarden für Spaniens Banken | Aktuell Wirtschaft | DW | 03.12.2012
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Aktuell Wirtschaft

Fast 40 Milliarden für Spaniens Banken

Der Euro-Rettungsschirm hat einen Kunden mehr: Spanien bekommt für seine Krisenbanken fast 40 Milliarden Euro Kredite. Euro-Gruppenchef Juncker kündigt seinen Rückzug an.

Spanische Ein-Euro-Münze unter dem EU-Rettungsschirm, Symbolfoto

Spanische Ein-Euro-Münze unter dem EU-Rettungsschirm NEU

Die maroden Banken Spaniens erhalten aus dem Euro-Rettungsschirm Finanzspritzen von 39,5 Milliarden Euro. Das teilte Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker nach Beratungen in Brüssel mit. Die Hilfen sollen Mitte kommender Woche fließen. Madrid hatte zuvor offiziell die Darlehen beantragt, die bereits im Juli pauschal in Aussicht gestellt wurden.

Der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy hatte lange gezögert. Doch der Druck der Finanzmärkte war am Ende zu groß, die Last der am staatlichen Tropf hängenden spanischen Banken zu schwer. So blieb ihm am Ende kein anderer Ausweg mehr, als um die Milliardenhilfen zu bitten.

Von dem Geld soll das verstaatlichte Geldhaus Bankia fast 18 Milliarden Euro erhalten, so das Wirtschaftsministerium in Madrid. Zehn Milliarden fließen an die CatalunyaCaixa, 5,4 Milliarden an Novagalicia und 4,5 an die Banco de Valencia. Außerdem beantragte Madrid rund 2,5 Milliarden für die sogenannte Bad Bank, in die spanische Geldhäuser ihre riskanten oder wertlosen Immobilienpapiere auslagern können. Die Finanzinstitute müssen sich Gegenzug radikal verschlanken und tausende Stellen streichen, so dass sie auf mittlere Sicht wieder eine Chance haben, ohne Hilfen wettbewerbsfähig zu sein.

Der spanische Finanzsektor hatte stark unter der geplatzten Immobilienblase gelitten. In der Folge kam es zu Milliardenschweren Verlusten. Der spanische Staat sprang ein und rettete die Finanzinstitute. Dabei brachte sich Spanien selbst an die finanziellen Grenzen. Seitdem galt das Land als Kandidat für den Euro-Rettungsschirm.

Euro-Gruppenchef Juncker will Amt niederlegen

Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker kündigte unterdessen an, dass er seinen Posten an der Spitze des Gremiums abgeben wird. Er habe seine Kollegen darüber informiert, dass er das Amt Ende des Jahres 2012 oder zu Beginn des kommenden Jahres niederlegen wolle, sagte der luxemburgische Regierungschef nach dem Treffen der Euro-Finanzminister in Brüssel. Den Euroländern stellt sich somit erneut die schwierige Frage nach einem Nachfolger.

Juncker hatte bereits mehrmals angekündigt, die Führung der Eurogruppe abzugeben. Die Bundesregierung brachte daraufhin Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble als Nachfolger ins Gespräch. Nach dem Regierungswechsel in Frankreich gab es allerdings Gegenwind von der neuen sozialistischen Regierung unter Staatschef François Hollande.

nm/jh/rb (rtr, afpd)