Fashion Week Berlin: Politische Statements und Nachhaltigkeit | Kunst | DW | 03.07.2018
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Mode

Fashion Week Berlin: Politische Statements und Nachhaltigkeit

Hüte, die schwimmen können, und Political Correctness: Die Berlin Fashion Week zeigt neue Trends und setzt politische Signale. Toleranz und Solidarität erobern den Laufsteg.

Das niederländische Designer-Duo Rushemy Botter und Lisi Herrebrugh hat die Sommer-Saison der Berlin Fashion Week eröffnet. Models unterschiedlicher Hautfarben haben die neue Kollektion des Avantgarde-Labels Botter vorgestellt. Sie wollen Themen wie Identität und Herkunft in den Fokus rücken.

Eine Variation aus Glencheck-Karo - einer traditionellen schottischen Karo-Musterung für Hemden und andere Oberbekleidung - bunten floralen Motiven, überdimensionalen Oberteilen und schmalen Hosen lässt die karibische Heimat der Designer durchschimmern. Hinzu kommt ein jugendlicher Gang-Look und bunte Fischernetze, die lässig wie eine Handtasche am Arm getragen werden. Dazu kombiniert Botter klobige Arbeiterstiefel oder auch mal einen großen aufgeblasenen Delfin als Hut.

Das Model trägt ein buntes Fischernetz als Accessoire.

Ein buntes Fischernetz als Accessoire zieht alle Blicke auf sich

Berlin im Zeichen der Mode

Vom 3. bis 7. Juli findet zum zweiten Mal in diesem Jahr die Berlin Fashion Week statt. Über 200.000 Besucher werden erwartet, die sich von den Trends, Talenten und Technologien der über 3.500 Aussteller inspirieren lassen.

Neben den Laufstegschauen im angesagten E-Werk in Berlin-Mitte und der Nachwuchsplattform Berliner Salon gibt es acht Einzelmessen. 

Auf rund 200 unterschiedlichen Veranstaltungen - Messen, Modenschauen, Präsentationen, Konferenzen und Showrooms - präsentieren nationale Designer, Nachwuchstalente und umsatzstarke Modelabels ihre Trends für die Saison Frühjahr/Sommer 2019.

Das Model trägt einen großen aufgeblasenen Fisch als Hut.

Ein Highlight des Avantgarde-Labels Botter: ein großer aufgeblasener Fisch als Hut.

Trends von Morgen

Auf der Sommer-Ausgabe der Berlin Fashion Week werden alle Modegenres gebündelt: von hochpreisiger Couture und Schneiderkunst über Eco Fashion bis hin zu Streetwear. Themen und Trends wie Nachhaltigkeit, Technologie, Innovation und Solidarität dominieren in diesem Jahr die Berliner Veranstaltung.

Die Fashion Week in Berlin hat sich mittlerweile zu einem der wichtigsten Mode-Standorte weltweit etabliert und hat einen festen Platz unter den Top 5 der internationalen Mode-Metropolen. Durch die zweimal jährlich - im Januar und Juli - stattfindenden Fashion Weeks gelten diese als wichtiger Wirtschaftsfaktor für Berlin, wodurch rund 120 Millionen Euro zusätzlich pro Saison eingenommen werden.

Augenbrauen aus Blattgold sind ein Hingucker beim Auftritt dieses Models.

Goldene Augenbrauen: Ein Hingucker zum Auftakt der Berliner Fashion Week 2018.

Symbol für Toleranz

Passend zum Start und dem thematischen Fokus Toleranz und Solidarität bringt der Berliner Galerist Johann König in Zusammenarbeit mit dem Frankfurter Kollektiv Ignaz den "Solidarity Hoodie" auf den Markt. Dabei handelt es sich um einen Kapuzenpullover, auf dessen Kapuze eine Kippa genäht ist. Mit der Verarbeitung der aus der jüdischen Religion stammenden Kopfbedeckung möchte das Team ein Zeichen gegen Antisemitismus und für Toleranz setzen. Laut einer Sprecherin der Berliner Galerie König soll der "Solidarity Hoodie" ab dem 9. Juli im Online-Shop erhältlich sein. Das Projekt "König Souvenir" ist in Bezug auf Aktionen der Berliner König Galerie entstanden und ist unabhängig von der Fashion Week.

Auf die Kapuze des Solidarity Hoodies ist eine Kippa aufgenäht.

Der "Solidarity Hoodie" mit aufgenähter Kippa auf der Kapuze.

am/so (Galerie König/dpa)

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