″Fashion Futurist″: Pierre Cardin im Düsseldorfer Kunstpalast | Kultur | DW | 19.09.2019
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Mode

"Fashion Futurist": Pierre Cardin im Düsseldorfer Kunstpalast

Grelle Farben, futuristische Formen und ein mutiger Materialmix - damit prägte Pierre Cardin die Mode der 1960er und 1970er Jahre. Passend dazu präsentiert der Kunstpalast Düsseldorf Pierre Cardin als "Fashion Futurist".

Geometrische Formen oder riesige Sonnenbrillen, die an Bullaugen erinnern; dazu Materialien wie Vinyl oder Plexiglas. Mit seinem futuristischen Look sorgte der Pariser Modeschöpfer Pierre Cardin in den 1960er und 1970er Jahren für Furore. 

Mehr als 80 Haute-Couture-Kleider und Accessoires jener Schaffensperiode zeigt der Kunstpalast Düsseldorf vom 19. September bis zum 5. Januar 2020 in seiner Schau "Pierre Cardin. Fashion Futurist". Im Mittelpunkt der Ausstellung: Kleider, Stiefel, Brillen und Hüte, die oft das ganze Gesicht bedecken und nur einen Sehschlitz freilassen. Die Bandbreite, so das Museum, reiche vom "jungen, androgynen Look" über "futuristische Space-Age-Mode bis zur traumverlorenen Eleganz der Abendmode".

Extravagante Mode, die ankommt

Cardin schuf seinen futuristischen Look in einer Zeit, als gerade die ersten Star-Trek-Folgen im Fernsehen zu sehen waren. Der Einsatz greller Farben, auffällige Schnitte und starke Kontraste spiegeln den Zeitgeist von damals wider. Auch seine Begeisterung für Astronauten ist in manchen seiner Kreationen unverkennbar.

Kreation von Pierre Cardin an einer Puppe im Kunstpalast Düsseldorf in der Ausstellung Pierre Cardin. Fashion Futurist. (picture-alliance/dpa/R. Weihrauch)

Cardins Kopfbedeckung erinnert an den Helm eines Raumfahrers

Pierre Cardins ausgefallene Mode kam an: Berühmte Schauspielerinnen wie Lauren Bacall, Raquel Welch oder Jeanne Moreau waren Fans. Fotomodell Twiggy zeigte sich in den 1960ern in Cardins Minikleidern und die Beatles ließen sich in seinen kragenlosen Anzügen ablichten. 

Bei den Olympischen Spielen in München 1972 lief auch das deutsche Team in Cardin auf - in Overalls, die der Modedesigner mit freien Stellen an Bauch oder Busen aufgepeppt hatte.

Die Beatles 1963 in Anzügen von Pierre Cardin. (Imago Images/United Archives International)

Die Beatles 1963 in Anzügen von Pierre Cardin

Cardins Markenzeichen, die klare geometrische Form, findet sich nicht nur in seinen Schnitten wieder. Auch bei den dazugehörigen großflächigen, metallenen Schmuckstücken, Knöpfen oder Gürteln orientiert er sich an ihr. Verstärkt wird der Eindruck von Geometrie zudem durch den ungewöhnlichen Mix verschiedener Materialien. Barbara Til, Kuratorin der Düsseldorfer Schau, erläutert, besonders sei der Stil auch deshalb, weil Cardin die Stoffe am Körper seiner Kundinnen zugeschnitten hatte.

Eine Puppe in Pierre Cardin in der Düsseldorfer Ausstellung Pierre Cardin. Fashion Futurist. (picture-alliance/dpa/R. Weihrauch)

Großflächiger Schmuck mit klaren Formen ist fester Bestandteil des Cardin-Looks

Und heute? Selbst mit 97 Jahren denkt Pierre Cardin nicht daran, sich zur Ruhe zu setzen. Erst Anfang September präsentierte er in China seine Frühjahr/Sommer Kollektion 2020. Wie schon in den 1960er und 1970er Jahren muten die Kreationen futuristisch an. "Meine liebsten Kleider sind diejenigen, die ich für ein Leben schaffe, das es noch gar nicht gibt - für die Welt von morgen", sagte Cardin einmal.

Ein Model läuft bei der Schau von Pierre Cardin in Qinghuangdao über den Laufsteg. (picture-alliance/dpa/TPG)

Pierre Cardin-Modenschau im chinesischen Qinhuangdao im September 2019

 

bb/rey (epd, dpa)

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