Fall Maddie: Polizei hofft auf neue Hinweise | Aktuell Europa | DW | 15.10.2013
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Aktuell Europa

Fall Maddie: Polizei hofft auf neue Hinweise

Sechseinhalb Jahre nach dem rätselhaften Verschwinden der kleinen Maddie hat die britische Polizei eine neue Ermittlunfgsoffensive gestartet. Im Fernsehen präsentierten die Ermittler Phantombilder mehrerer Männer.

Das Computerbild der Polizei zeigt, wie Madeleine McCann heut aussehen könnte (Foto: Reuters)

Das Computerbild der Polizei zeigt, wie Madeleine McCann heute aussehen könnte

Die Männer sollen sich in der Nähe der Ferienanlage in Praia da Luz an der portugiesischen Algarve-Küste aufgehalten haben, als die damals dreijährige Madeleine McCain dort am 3. Mai 2007 bislang spurlos verschwunden ist. In einer Fernsehsendung der britischen BBC präsentierten die Ermittler von Scotland Yard unter anderem das Phantombild eines 20- bis 40-Jährigen Mannes der Zeugen zufolge am besagtem Abend in Praia da Luz ein blondes Kind im Alter von drei bis vier Jahren Richtung Strand getragen hat. Das Kind war möglicherweise mit einem Schlafanzug bekleidet.

Phantombild des Mannes, der sich in Praia da Luz aufgehalten haben soll (Foto: AP/Metropolitan Police)

Phantombild des Mannes, der sich in Praia da Luz aufgehalten haben soll

Der Gesuchte soll zwischen 20 und 40 Jahren alt und von mittlerer Statur sein. Er habe womöglich Deutsch gesprochen. Als "Verdächtigen" wollte Scotland Yard ihn ausdrücklich nicht bezeichnen. Er könne auch vollkommen unschuldig sein, sagte Chefermittler Andy Redwood. Nach Agenturberichten wird nach dem Mann auch in Deutschland gefahndet. Die Phantombilder werden auch eine Rolle spielen, wenn sich am Mittwoch die ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY" des Falles annimmt. Nach Ankündigung des ZDF werden auch Maddies Eltern Gerry und Kate McCann in der Sendung auftreten.

Gerry und Kate McCann mit einem Bild von Maddie 2012 in Berlin (Foto: dpa)

Gerry und Kate McCann mit einem Bild von Maddie 2007 in Berlin

"Wir haben versucht, alles wieder auf Null zu setzen, auf Anfang, und von dort neu zu beginnen", beschrieb Redwood am Montagabend in der BBC-Sendung "Crimewatch" den neuen Ermittlungsansatz von Scotland Yard. Auch die Öffentlichkeit müsse alle Vorurteile ablegen und den von Spekulationen umgebenen Fall neu betrachten. "Unsere bisherige Arbeit hat den Zeitablauf und die anerkannte Version der Ereignisse, die bislang öffentlich bekannt waren, deutlich verändert", betonte Redwood. Nach der Sendung gingen bei der Polizei hunderte neue Hinweise ein.

Neue Ermittlungsansätze

In der Fernsehsendung präsentierte die Polizei außerdem zwei weitere Phantombilder hellblonder Männer, die von Zeugen in der Nähe der Ferienwohnung gesehen worden waren - möglicherweise handelt es sich hierbei aber um ein und dieselbe Person. Außerdem sucht Scotland Yard Spendensammler, die am Tag des Verschwindens in der Gegend unterwegs waren. Ob die Männer als Zeugen oder teilweise auch als Verdächtige gesucht werden, ließen die Ermittler bislang offen. Festgestellt wurde zudem, dass es in den Wochen vor dem Urlaub der McCanns in der Anlage zahlreiche Einbrüche gegeben hat. Für Hinweise, die zur Lösung des Falls führen, hat Scotland Yard 20.000 Pfund (23.600 Euro) als Belohnung ausgesetzt.

Für die Eltern kommt mit jedem neuen Bericht über den Fall in den Medien auch die Kritik zurück. Einst waren sie in Portugal sogar selber unter Verdacht geraten. Von Anfang an wurde den beiden vorgeworfen, sie hätten Maddie und deren beiden jüngeren Geschwister nicht alleine in der Ferienwohnung lassen dürfen, um im Restaurant am Pool zum Abendessen zu gehen. Kate McCann betonte deshalb: "Wir sind hier nicht diejenigen, die etwas falsch gemacht haben. Das ist derjenige, der in das Appartement gegangen ist und ein kleines Mädchen von seiner Familie getrennt hat."

wl/as (dpa, afp)