Fall Khashoggi: Türkei erlässt Haftbefehle gegen hochrangige Saudis | Aktuell Welt | DW | 05.12.2018
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Fall Khashoggi

Fall Khashoggi: Türkei erlässt Haftbefehle gegen hochrangige Saudis

Die Türkei hat im Fall des ermordeten Regimekritikers Khashoggi Haftbefehle gegen zwei saudische Beamte erlassen. Darunter sind der Ex-Vize-Chef des Geheimdienstes, Ahmed al-Asiri, und Kronprinzberater Saud al-Kahtani.

Saudi-Arabien Ahmed Asiri (picture-alliance/AP Photo/H. Jamali)

Türkischer Haftbefehl gegen den saudischen General Ahmed al-Asiri

Trotz Haftbefehls befindet sich Saud al-Kahtani aber auf freiem Fuß. Nach einer ersten Vernehmung ist er nach offiziellen Angaben mittlerweile entlassen worden. Der andere Haftbefehl erging demnach gegen den ehemaligen Vize-Chef des Geheimdienstes Ahmed al-Asiri, der sich in Saudi-Arabien aufhält.

"Angesichts der Informationen, die die Justiz im Zuge ihrer Ermittlungen vom Königreich Saudi-Arabien erhalten hat, ist die Staatsanwaltschaft zu dem Schluss gekommen, dass es den starken Verdacht gibt, dass Ahmad al-Assiri und Saud al-Kahtani zu den Planern des Vorfalls gehörten", hieß es im Antrag des zuständigen Staatsanwalts Hasan Yilmaz.

Kein Vertrauen in saudische Justiz

Mit der Ausstellung eines Haftbefehls machen die türkischen Behörden Druck in der Angelegenheit. "Der Schritt der Staatsanwaltschaft, Haftbefehle gegen Asiri und al-Kahtani auszustellen, soll klar machen, dass die saudischen Behörden keine formalen Maßnahmen gegen diese Personen ergreifen werden", sagte einer der türkischen Beamten.

Mohammed bin Salman (picture-alliance/dpa/SPA)

Die Türkei macht Druck auf das Gefolge von Kronprinz Mohammed bin Salman

Die Staatengemeinschaft bezweifle die Entschlossenheit Saudi-Arabiens, das Verbrechen aufzuklären. Durch die Auslieferung der Verdächtigen an die Türkei könnten diese Zweifel beseitigt werden, heißt es von türkischer Seite.

Killerkommando aus Riad?

Khashoggi war Anfang Oktober im saudischen Konsulat in Istanbul getötet worden. Die türkischen Behörden machen ein aus Saudi-Arabien angereistes Mordkommando dafür verantwortlich. Der saudische Kronprinz wird verdächtigt, die Tat in Auftrag gegeben oder zumindest von ihr gewusst zu haben.

Jamal Khashoggi saudischer Journalist (picture-alliance/dpa/H. Jamali)

Opfer im eigenen Konsulat: Jamal Khashoggi

Die Türkei fordert seit Wochen von Riad die Auslieferung von 18 Verdächtigen, um ihnen in Istanbul den Prozess zu machen. Zwar hat die Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdogan bisher vermieden, den saudiarabischen Thronfolger direkt für das Verbrechen verantwortlich zu machen. Doch hält sie den Druck auf ihn aufrecht, indem sie über die Medien Informationen aus den Ermittlungen streut, die den Kronprinzen belasten.

cgn/sti (afp, dpa, rtre)

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