Fahrer setzt Bus mit 51 Kindern in Brand | Aktuell Europa | DW | 20.03.2019
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Italien

Fahrer setzt Bus mit 51 Kindern in Brand

Die Geiselnahme eines Schulbusses in Italien ist glimpflich ausgegangen. Die Polizei konnte die Schüler rechtzeitig befreien, ehe das Fahrzeug ausbrannte. Dem Busfahrer droht eine Anklage wegen Terrorismus.

Der 47-Jährige hatte den Bus, der 51 Oberschüler und drei erwachsene Begleitpersonen von einem Sportausflug zurückbringen sollte, von der geplanten Route abgebracht und Drohungen gegen die Schüler gerichtet. "Niemand kommt hier lebend raus!" soll er gerufen haben, bevor er den Kindern mit zwei vollen Benzinkanistern und einem Feuerzeug drohte. Er habe ihnen die Handys abgenommen und sie mit einem Stromkabel gefesselt.

Befreiung in letzter Sekunde

Einem der Jugendlichen gelang es jedoch, seine Eltern anzurufen, die umgehend die Polizei alarmierten. Diese blockierte den Bus bei San Donato Milanese südöstlich von Mailand. Polizisten gelang es, die Heckscheiben des Busses einzuschlagen und alle Insassen zu befreien, ehe das Fahrzeug in Flammen aufging.

Mehr als zehn Schüler und zwei der drei Erwachsenen mussten mit Rauchvergiftungen ins Krankenhaus gebracht werden.

Motiv unklar

In Berichten hieß es, der Fahrer mit senegalesischen Wurzeln, der seit 2002 als Busfahrer tätig gewesen sein soll, habe gerufen "Ich will das Sterben im Mittelmeer stoppen". Er soll den italienischen Vize-Regierungschefs Matteo Salvini von der rechtspopulistischen Lega und Luigi Di Maio von der Fünf-Sterne-Bewegung die Schuld daran gegeben haben, dass "Menschen in Afrika sterben müssten".

Innenminister Salvini sagte nach der Geiselnahme, der Mann sei wegen sexueller Gewalt und Trunkenheit am Steuer vorbestraft gewesen. "Ich will wissen, warum jemand mit diesen Vorstrafen einen Bus mit Kindern fahren darf?" Weil der Mann Panik ausgelöst habe, werde auch das Motiv Terrorismus geprüft, sagt der Lega-Chef, der seit seinem Amtsantritt einen harten Anti-Migrationskurs fährt.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft gibt es derzeit keine Hinweise auf einen Bezug zu islamistischem Terror.

mak/nob (dpa, afp)