Fahndungserfolg nach dreistem Kunstraub | Aktuell Europa | DW | 29.06.2021
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Kriminalität

Fahndungserfolg nach dreistem Kunstraub

Vor über neun Jahre geklaut: Bei Athen sind zwei Kunstwerke von Picasso und Mondrian wieder aufgetaucht. Die Polizei entdeckte sie in einem Lager nahe der griechischen Hauptstadt.

Picassos Frauenkopf kurz vor dem Raub im Januar 2012

Picassos "Frauenkopf" kurz vor dem Raub im Januar 2012: Schätzwert von rund 16,5 Millionen Euro

 "Das ist ein ganz besonderer Tag, ein Tag der großen Freude und Emotion", sagte Kulturministerin Lina Mendoni. Pablo Picassos 1939 geschaffene Gemälde "Frauenkopf", das der spanische Künstler 1949 Griechenland geschenkt hatte, wurde etwa 45 Kilometer südöstlich von Athen gefunden. "Dieses Gemälde hat eine besondere Bedeutung und einen besonderen sentimentalen Wert für das griechische Volk, weil es von dem großen Maler persönlich dem griechischen Volk gewidmet wurde", sagte die Kulturministerin. 

Der "Frauenkopf" war zusammen mit dem Bild "Stammer Mühle" des niederländischen Künstlers Piet Mondrian und einem Werk des Italieners Guglielmo Caccia in der Nacht auf den 9. Januar 2012 aus der Nationalgalerie in Athen gestohlen worden. 

Kunstraub in schlecht gesichertem Museum

Die Räuber drangen in das bedeutende Museum in der griechischen Hauptstadt ein, rissen mehrere Kunstwerke aus ihren Rahmen und flohen unerkannt.

Wie griechische Medien melden, soll es sich bei dem mutmaßlichen Drahtzieher des Kunstraubs um einen heute 49 Jahre alten Mann handeln. Bei der Tat am 9. Januar 2012 hatten die Diebe vor dem Einbruch am frühen Morgen mehrfach die Alarmanlage der Galerie aktiviert. Wie offenbar von ihnen beabsichtigt, schaltete der Wachmann den Alarm daraufhin ab.

Raubzug in sieben Minuten

Die Einbrecher hatten freie Bahn, bis der Wachmann einen der Diebe durch den Bewegungsmelder entdeckte. Bevor er flüchtete, ließ der Dieb ein weiteres Mondrian-Gemälde von 1905 fallen. Der eigentliche Raubzug habe nur etwa sieben Minuten gedauert, teilte die Polizei damals mit.

Bei dem gestohlenen Picasso handelte es sich um eine kubistische Frauenbüste des spanischen Malers von 1939. Das gegenständliche Ölgemälde des Holländers Mondrian zeigt eine Windmühle an einem Flussufer, entstanden 1905, bevor er für seine späteren, abstrakten und linearen Werke berühmt wurde. Sowohl das Picasso-Werk als auch das Mondrian-Bild seien in einem Lagerhaus rund 50 Kilometer von Athen aufgespürt worden. Der Mondrian soll beschädigt sein. Das Kultusministerium in Athen bestätigte das Wiederauftauchen der Werke.

Unverkäufliches Diebesgut

Die Polizei hatte die Ermittlungen vergangenen Februar erneut aufgenommen, weil Experten davon ausgingen, dass der "Frauenkopf" auf dem Schwarzmarkt nie verkauft werden konnte - und Griechenland deshalb auch nie verlassen hatte.

Picassos Bild hat für Griechenland neben dem Schätzwert von rund 16,5 Millionen Euro eine weitere, besondere Bedeutung: Das Bild wurde dem Land einst vom Künstler höchstpersönlich für den griechischen Widerstand gegen die Nationalsozialisten geschenkt.

AR/SO/fw (dpa, rtr, ap)

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