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Fachkräfte: Deutschland nur mäßig attraktiv

29. Mai 2019

Deutschland ist für Studierende und Unternehmen ein vergleichsweise attraktives Ziel. Für Fachkräfte bieten andere OECD-Länder deutlich bessere Bedingungen. Dies geht aus einer neuen OECD-Studie hervor.

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Symbolbild | Krankenhaus Pflege Station
Bild: picture-alliance/dpa/D. Karmann

Die Studie mit dem Titel "OECD Indicators of Talent Attractivness" wurde in Zusammenarbeit mit der Bertelsmann-Stiftung durchgeführt und heute veröffentlicht. Analysiert wurden für drei Gruppen (Studierende, Fachkräfte und Unternehmen) die Rahmenbedingungen in verschiedenen OECD-Mitgliedsstaaten, um ein "Attraktivitäts-Ranking" zu erstellen.

Die "Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung" (OECD) mit Sitz in Paris untersuchte insgesamt sieben Parameter: Die Qualität der beruflichen Chancen, Einkommen und Steuern, Zukunftsaussichten, Möglichkeiten für Familienmitglieder, Kompetenzumfeld, Diversität und Lebensqualität. Auch die Einreise- und Aufenthaltsbedingungen für Hochqualifizierte werden berücksichtigt.

Für Unternehmen attraktiv

Insgesamt ist Deutschland für Studierende sowie für Unternehmerinnen und Unternehmer ein besonders attraktives Ziel und gehört hier zu den drei beziehungsweise sechs besten OECD-Ländern. Für Studierende sind im OECD-weiten Vergleich nur die Schweiz und Norwegen attraktivere Zielländer als die Bundesrepublik.

Für Unternehmerinnen und Unternehmer haben die klassischen Einwanderungsländer Kanada und Neuseeland eine noch größere Anziehungskraft, in Europa liegen auch die Schweiz, Schweden und Norwegen vor Deutschland.

Für Fachkräfte weniger

Nur auf den zwölften Platz kam Deutschland allerdings bei der Attraktivität für ausländische Fachkräfte, die mindestens einen Masterabschluss haben. Besonders attraktiv sind hier Australien, Schweden, die Schweiz, Neuseeland und Kanada. Sie böten vor allem "günstige Arbeitsmarktbedingungen".

Einer der Gründe für das schlechte Abschneiden Deutschlands sei, dass ausländische Abschlüsse "auf dem deutschen Arbeitsmarkt häufig stark abgewertet werden".

Die USA würden bei Fachkräften und Unternehmerinnen und Unternehmern normalerweise ebenfalls zu den Top-5 gehören, wurden aber u.a. wegen ihrer vergleichsweise restriktiven Politik bei der Visa-Vergabe heruntergestuft.

"Wir brauchen mehr Zuwanderung"

"Viele Faktoren außerhalb der Migrationsgesetzgebung beeinflussen die Attraktivität eines Landes", sagte Stefano Scarpetta, OECD Direktor für Beschäftigung, Arbeit und Soziales. "Für Fachkräfte ist die Geschwindigkeit der Visaerteilung ein wichtiger Faktor, aber für viele Hochqualifizierte sind auch die Rahmenbedingungen für Partner und Kinder wichtig".

"Es ist erfreulich, dass Deutschland besonders für internationale Studierende gute Möglichkeiten bietet. Wir brauchen aber auch kurz- und mittelfristig mehr Zuwanderung von bereits akademisch ausgebildeten Fachkräften, für die Deutschland leider nicht besonders attraktiv ist", sagte Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung.

dk/bea (OECD, dpa)