Facebook geht gegen falsche Informationen zu Coronavirus vor | Aktuell Welt | DW | 16.04.2020
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Aufklärung

Facebook geht gegen falsche Informationen zu Coronavirus vor

Wer bei Facebook gefährliche Falschinformationen zur Corona-Pandemie geliked oder kommentiert hat, bekommt künftig eine Benachrichtigung. Damit will das Online-Netzwerk auf Basis von Faktenchecks vorbeugen.

In Zukunft will Facebook nach eigenen Angaben seine Nutzer über falsche, irreführende oder gar gefährliche Beiträge anderer Nutzer über das neuartige Coronavirus aufklären. Als Beispiel nannte das US-Unternehmen die Behauptung, dass die Atemwegserkrankung Covid-19 durch das Trinken von Bleichmitteln geheilt werden könnte oder das Abstandhalten die Virus-Ausbreitung nicht eindämmen könne. "Hunderttausende" solcher Falschinformationen seien bereits gelöscht worden, erklärte Facebook, ohne eine genauere Zahl zu nennen.

Nutzer bekommen die Mitteilung, wenn sie einen solchen Post mit einem "Like" versehen, geteilt oder kommentiert haben. Zugleich würden sie auf eine Seite der Weltgesundheitsorganisation (WHO) über Coronavirus-Mythen verwiesen. Dabei werde ihnen allerdings nicht angezeigt, welche falschen Informationen genau den Hinweis ausgelöst haben, betonte das weltgrößte Online-Netzwerk.

Warnung zeigt Wirkung

Bei falschen Informationen über das Virus, die nicht gesundheitsgefährdend sind, beschränkt sich Facebook darauf, sie mit einem Warnhinweis auf der Grundlage von Faktenchecks zu beliefern. Im März seien so rund 40 Millionen Beiträge mit Bezug zum Coronavirus markiert worden, hieß es. Die Grundlage dafür hätten etwa 4000 Faktenchecks geliefert. In 95 Prozent der Fälle hätten Nutzer mit einer solchen Warnung versehene Beiträge nicht angeklickt, unterstrich Facebook-Geschäftsführer Mark Zuckerberg.

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Corona Fake News (02.04.2020)

Facebook teilte zudem mit, dass seine Sammlung verlässlicher Angaben – das sogenannte Coronavirus-Informationszentrum – inzwischen zwei Milliarden Nutzern angezeigt worden sei. Die unabhängige soziale Organisation Avaaz kam unterdessen in einer Analyse von Facebook-Beiträgen zu dem Schluss, dass viele falsche Informationen ohne Warnhinweis auf der Plattform bleiben.

EU-Kommissarin Vera Jourova begrüßte das aktivere Vorgehen von Facebook, forderte aber zugleich mehr Transparenz und besseren Datenzugang für Forscher, um die Verbreitung falscher Coronavirus-Informationen einschätzen zu können.

kle/uh (dpa, rtr, afpe)

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