Facebook entschuldigt sich per Zeitungsanzeigen für Datenskandal | Aktuell Deutschland | DW | 27.03.2018
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Facebook entschuldigt sich per Zeitungsanzeigen für Datenskandal

"Ich verspreche, dass wir unsere Arbeit in Zukunft besser machen", sagt Facebook-Chef Zuckerberg mit riesigen Printanzeigen und entschuldigt sich für den fahrlässigen Umgang mit Nutzerdaten. Vielen reicht das nicht.

Im Skandal um die unerlaubte Nutzung der Daten von Millionen Facebook-Nutzern hat sich Unternehmenschef Mark Zuckerberg in Zeitungsanzeigen bei den Nutzern in Deutschland entschuldigt. "Du hast vermutlich gehört, dass die Quiz-App eines Wissenschaftlers im Jahr 2014 unerlaubt die Facebook-Daten von Millionen von Menschen weitergegeben hat", heißt es in der ganzseitigen, von Zuckerberg unterzeichneten Anzeige, die unter anderem in der "Süddeutschen Zeitung" und der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" stand.

"Das war ein Vertrauensbruch, und ich möchte mich dafür entschuldigen, dass wir damals nicht mehr dagegen getan haben." Facebook unternehme nun die notwendigen Schritte um sicherzustellen, dass so etwas nicht noch einmal passiere. Zuckerberg hatte sich am Sonntag bereits in mehreren britischen Zeitungen für den Datenskandal entschuldigt.  

"Sorry" ist nicht genug

Britischen Politikern reicht die schriftliche Entschuldigung nicht, sie möchten Zuckerberg persönlich befragen, auch eine Video-Schalte sei möglich hieß es. Der Facebook-CEO schickt andere vor: Entweder müssen Technik-Chef Mike Schroepfer oder Produktleiter Chris Cox sich der Befragung eines parlamentarischen Kommitees unterziehen.

Am Montag hatte sich Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) mit europäischen Facebook-Vertretern in Berlin getroffen. Vor rund einer Woche war bekanntgeworden, dass sich die britische Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica unerlaubt Zugang zu Daten von Millionen Facebook-Profilen verschafft hat. Mit Hilfe dieser Daten sollen Wähler im US-Präsidentschaftswahlkampf zugunsten von Donald Trump gezielt mit unerlaubter Wahlwerbung beeinflusst worden sein.

Whistleblower Christopher Wylie Ex-Mitarbeiter Cambridge Analytica (Reuters/H. Nichols)

Facebook in Erklärungsnot: Christopher Wylie, Ex-Mitarbeiter von Cambridge Analytica, machte den Datenraub öffentlich

Die EU-Kommission hat dem Facebook-Konzern eine zweiwöchige Frist gesetzt, um die Fragen zum Datenskandal zu beantworten. Justizkommissarin Vera Jourova richtete am Montagabend ein Schreiben an den Internetriesen mit der Aufforderung, die Rolle des Unternehmens Cambridge Analytica aufzuklären und die Frage zu beantworten, ob die persönlichen Daten europäischer Facebook-Nutzer betroffen waren.

jv/fab (dpa, afp, rtr, süddeutsche, faz)