Fünf Tote bei Amoklauf in Brasilien | Aktuell Amerika | DW | 11.12.2018
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Südamerika

Fünf Tote bei Amoklauf in Brasilien

Während eines Gottesdienstes rennt ein Mann in eine Kathedrale und schießt um sich. Anschließend nimmt er sich selbst das Leben. Die Tat erschüttert Brasilien - zumal dort bald das Waffenrecht gelockert werden soll.

In der Kathedrale der Stadt Campinas wurde gerade eine Messe gefeiert, als der Angreifer mit einer Pistole und einem Revolver bewaffnet in das Gotteshaus stürmte. "Die meisten Menschen hier waren Rentner, Unschuldige, und er hat auf alle geschossen. Es war schrecklich, eine große Tragödie", berichtete ein Augenzeuge.

Nach Angaben der Behörden des Bundesstaates Sao Paulo tötete der Amokläufer mindestens vier Menschen, ehe er sich vor dem Altar selbst erschoss. Die Kathedrale wurde abgeriegelt. Auf dem Platz davor versorgten Sanitäter Verwundete.

Motiv nicht bekannt

Die Hintergründe der Tat sind noch unklar, die Polizei leitete Ermittlungen ein. Auch zur Identität des Mannes wurden bisher keine Angaben gemacht.

"In diesem Moment des tiefen Schmerzes zählen wir auf die Gebete von euch allen", schrieb die katholische Erzdiözese von Campinas bei Facebook.

Sao Paulo Campinas Kathedrale Schießerei (picture- alliance/Xinhua/D. Cesare)

Die Kathedrale von Campinas nach dem Amoklauf

"Waffen schützen die Freiheit"

Zuletzt war in Brasilien wieder über das Waffenrecht debattiert worden. Der designierte Staatschef Jair Bolsonaro will den Zugang zu Waffen nach seinem Amtsantritt am 1. Januar 2019 erleichtern. Der ultrarechte Ex-Militär glaubt, damit die Sicherheit für die Bevölkerung erhöhen zu können.

"Wenn in diesem Fernsehstudio drei oder vier bewaffnete Personen wären, würde kein Verrückter hereinkommen, um böse Dinge zu tun", sagte er kürzlich in einem Fernsehinterview. "Mehr noch als das eigene Leben schützen Waffen die Freiheit des Volkes."

Brasilien leidet unter einer Welle der Gewalt: Im vergangenen Jahr hatte die Zahl der Morde mit 63.880 einen neuen Höchststand erreicht.

wa/cw (afp, dpa)

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