Extremes Fischsterben in Australien verschärft sich weiter | Aktuell Welt | DW | 29.01.2019
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Umweltkatastrophe

Extremes Fischsterben in Australien verschärft sich weiter

Dürre und langanhaltende Hitze machen dem Süd-Osten Australiens zu schaffen: Behörden melden das dritte Fischsterben mit mehreren tausend Fischen in nur zwei Monaten. Experten schlagen Alarm.

Im dürregeplagten Süd-Osten Australiens sind erneut tausende Fische verendet. Ein weiteres Massensterben sei angesichts der anhaltenden Temperaturen und des ausbleibenden Regens wahrscheinlich, warnten die Behörden. Fischereibeamte untersuchen das Fischsterben des Darling Rivers in der Nähe von Menindee, einem Ort circa 1000 Kilometer westlich von Sydney. Es ist das dritte große Fischsterben innerhalb von zwei Monaten. Zuletzt waren an den Ufern der Flüsse Darling und Murray Millionen tote Fische entdeckt worden. Experten warnen vor einer Umweltkatastrophe größeren Ausmaßes.

"Es fehlt der Regen."

Laut Behörden gebe es derzeit kaum Möglichkeiten dem Fischsterben entgegenzuwirken. "Das Einzige, was diese Bedingungen wirklich verändern würde, wäre frisches Wasser im System, aber diese Möglichkeit besteht derzeit einfach nicht", sagte der örtliche Wasserminister Niall Blair dem Sender ABC. Regen sei die einzige und beste Lösung.

Australien - Ventilatoren Kühlen und befeuchten die heiße Luft (Getty Images/M. King)

Die extreme Hitze in Australien macht Mensch und Tier schwer zu schaffen

Das Murray-Darling-River-System, welches sich über tausende Kilometer im Bundesstaat New South Wales erstreckt, gilt als wichtiges Agrargebiet. Über die Gründe des extremen Fischsterbens ist in Australien eine hitzige Diskussion entstanden. Die Regierung von Premierminister Scott Morrison macht die extreme Dürre und den daraus resultierenden Sauerstoffmangel im Wasser für das Fischsterben verantwortlich. Die Behörden hatten deshalb mit einer künstlichen Belüftung des Flusses begonnen, jedoch ohne Erfolg.

Anwohner sehen die Schuld bei den Behörden

Experten und Anwohner sehen die Gründe in der systematischen Ausschöpfung sowie Verschmutzung des Wassers. Zudem entzieht die Landwirtschaft den Flüssen zu viel Wasser, weshalb diese nun einen zu niedrigen Wasserpegel haben, um das Überleben der Fische zu sichern. Auch das Trinkwasser sei bereits versiegt, erzählt Wayne Marsden, ein Anwohner aus Menindee. Die Bewohner der Region werden derzeit mit Wasserflaschen aus dem 460 km entfernten Ort Griffith versorgt.

Die süd-östlichen Regionen Australiens leiden seit Wochen unter der anhalten Dürre und unter einer extremen Hitzewelle. Diese hat bereits zu vielfachem Tiersterben geführt. Im tropischen Norden des Landes hat dagegen der Monsunregen in den vergangen Tagen zu Rekord-Überschwemmungen geführt. Der rund 100 Kilometer nördlich von Cairns gelegene Daintree River ist in diesem Jahr auf ein historisches Hoch von 12,6 Metern angestiegen. Kühe verendeten in den Wassermassen und wurden ins Meer getrieben.

fa/as (dpa, afp)

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