Ex-Vizepräsident Biden will US-Präsident werden | Aktuell Amerika | DW | 25.04.2019
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USA

Ex-Vizepräsident Biden will US-Präsident werden

Monatelang hatte Joe Biden sich nicht festgelegt. Nun steigt der ehemalige Vize-Präsident offiziell ins Rennen ums Weiße Haus ein. In Umfragen schneidet er bislang gut ab. Doch die interne Konkurrenz ist groß.

Der frühere US-Vizepräsident Joe Biden will für die Demokraten bei der Präsidentschaftswahl 2020 gegen Amtsinhaber Donald Trump antreten. Das kündigte der 76-Jährige auf Twitter an. Mit ihm gibt es nun insgesamt 20 demokratische Präsidentschaftsbewerber. Dabei beginnen die parteiinternen Vorwahlen bei den Demokraten erst im kommenden Jahr.

Breites Kandidatenfeld

Biden gehört zu den bekanntesten Kandidaten seiner Partei: Von 2009 bis 2017 war er Stellvertreter des damaligen US-Präsidenten Barack Obama. Monatelang war über eine Kandidatur Bidens gemutmaßt worden. Er selbst heizte die Spekulationen durch verschiedene Aussagen regelmäßig weiter an, ohne sich aber festzulegen. Biden steigt nun vergleichsweise spät in das interne Rennen seiner Partei ein.

US Präsident Barack Obama im Rosengarten nach Clintons Wahlniederlage (Picture-Alliance/dpa/M. Reynolds)

Team im Weißen Haus: Ex-Präsident Barack Obama und sein Vize Joe Biden im Jahr 2016

Biden ist seit mehr als 45 Jahren in der Politik. Er gilt als bodenständiger Politiker, der bei der demokratischen Basis besonders bei älteren, moderaten und afroamerikanischen Wählern beliebt ist. Für Biden ist es nach 1998 und 2008 der dritte Anlauf, ins Weiße Haus einzuziehen.

Zu den weiteren demokratische Anwärtern gehören die Senatorinnen Elizabeth Warren, Kamala Harris, Kirsten Gillibrand und Amy Klobuchar sowie der frühere Arbeitsminister Julian Castro, der Ex-Kongressabgeordnete Beto O'Rourke, der aufstrebende Bürgermeister aus Indiana, Pete Buttigieg, und der unabhängige Senator Bernie Sanders, der bereits 2016 bei den demokratischen Vorwahlen angetreten war und damals Hillary Clinton unterlag.

Übergriffiges Verhalten

Kurz vor der Verkündung seiner Kandidatur war Biden zuletzt auf negative Weise in die Schlagzeilen geraten: In den vergangenen Wochen gingen mehrere Frauen mit Vorwürfen gegen ihn an die Öffentlichkeit. Sie beklagten, Biden habe sich ihnen gegenüber in der Vergangenheit übergriffig verhalten - etwa durch ungebetene körperliche Nähe oder ungewollte Liebkosungen wie ein Tätscheln des Oberschenkels oder einen Kuss auf den Hinterkopf. Der Demokrat gelobte daraufhin öffentlich Besserung und versprach, er werde künftig "aufmerksamer und respektvoller sein mit dem persönlichen Raum von Menschen".

Florida, Bernie Sanders (picture-alliance)

Bidens aktuell größter parteiinterner Konkurrent: Senator Bernie Sanders

In Umfragen unter den demokratischen Präsidentschaftsbewerbern landete Biden in den vergangenen Wochen fast durchgehend auf Platz eins, obwohl er seine Kandidatur noch gar nicht erklärt hatte. Er wurde dort bislang als potenzieller Bewerber gelistet. Sanders liegt in den Umfragen hinter Biden auf Platz zwei, die anderen Bewerber folgen erst mit deutlichem Abstand. Die Aussagekraft dieser frühen Erhebungen ist allerdings begrenzt. Bis zur entscheidenden Phase des Rennens ist es noch lange hin. Die parteiinternen Vorwahlen, bei denen die Demokraten ihren Kandidaten für die eigentliche Wahl im November 2020 festlegen, beginnen erst im Februar 2020 in Iowa.

Gefahr für die Demokraten?

Das große Feld der Demokraten könnte nach Meinung von Experten zur Gefahr für die Partei werden, falls es zu langen Auseinandersetzungen unter den vielen Kandidaten kommen sollte. Parteiinterne Gefechte zehren Ressourcen auf und helfen in der Regel dem Gegenkandidaten. Auch bei den Republikanern hatte es 2016 ein großes Feld gegeben, was damals den Aufstieg des politischen Außenseiters Donald Trump mit begünstigte. Trump will 2020 für eine weitere Amtszeit antreten.

pgr/ww (dpa, afp, rtr)

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