Ex-Soldat in Guatemala wegen Massakers verurteilt | Aktuell Amerika | DW | 22.11.2018
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Mittelamerika

Ex-Soldat in Guatemala wegen Massakers verurteilt

Der frühere Soldat Santos Lopez wurde für ein Blutbad in einem Dorf während des Bürgerkrieges in Guatemala verantwortlich gemacht. Das Gericht verurteilte ihn zu mehr als 5000 Jahren Haft.

Das ehemalige Mitglied der Spezialeinheit "Kaibil" ist für den Tod von 171 der insgesamt 201 ermordeten Menschen während eines Massakers schuldig gesprochen worden. Das Gericht in Guatemala-Stadt verhängte für jedes Todesopfer 30 Jahre Haft und fügte 30 zusätzliche Jahre Gefängnis für weitere Verbrechen hinzu. Die zusammengerechnet 5160 Jahre Haft für das frühere Armeemitglied Santos Lopez sind lediglich ein symbolisches Strafmaß. In Guatemala gilt eine Obergrenze von 50 Jahren Haft.

Während des Bürgerkrieges in Guatemala zwischen 1960 und 1996 kämpfte die Armee gegen eine linksgerichtete Guerilla. Das 1982 während der Herrschaft von Militärmachthaber Efrain Rios Montt verübte Blutbad in dem Dorf Dos Erres war eines der schlimmsten Massaker des jahrzehntelangen Konflikts. Damals töteten Soldaten, die auf der Suche nach Waffen waren, die Guerillakämpfer erbeutet hatten, nahezu alle Dorfbewohner.

Fünf Ex-Soldaten wurden bereits 2011 und 2012 wegen der Tat zur Rechenschaft gezogen und zu jeweils mehr als 6000 Jahren Gefängnis verurteilt. Der nun schuldig gesprochene Lopez wurde 2016 von den USA an Guatemala ausgeliefert. Während des Bürgerkrieges in Guatemala sollen insgesamt rund 200.000 Menschen getötet worden oder verschwunden sein.

jv/kle (afp, ape)

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