Ex-Minister Safadi soll Premier werden | Aktuell Nahost | DW | 15.11.2019
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Libanon

Ex-Minister Safadi soll Premier werden

Nach Medienberichten haben sich die drei großen libanesischen Parteien geeinigt, dass Mohammad Safadi neuer Premierminister werden soll. Der 75-Jährige ist ein erfahrener Politiker - und erfolgreicher Geschäftsmann.

Libanon Mohammad Safadi (picture-alliance/dpa/EPA/STR)

Mohammad Safadi (li.) im Januar 2011

Die Einigung auf Mohammad Safadi als künftigen Premierminister erfolgte demnach bei einem Treffen des ehemaligen Premiers Saad Hariri, der nach seinem Rücktritt am 29. Oktober das Amt nur noch geschäftsführend ausübt, und Vertretern der schiitischen Gruppierungen Amal und Hisbollah. Das berichten die libanesischen Sender LBCI und MTV, ohne jedoch ihre Quellen zu benennen. Auch das im Besitz von Hariri befindliche Nachrichtenportal Mustaqbal Web erwähnt das Treffen.

Weder die an dem Treffen beteiligten Gruppen noch Safadi selbst äußerten sich zu den Berichten.

In der libanesischen Verfassung ist festgelegt, dass der Premierminister ein sunnitischer Moslem sein muss. Der Sunnit Safadi würde den Berichten zufolge einer Regierung vorstehen, die ein Mix aus Politikern und Technokraten wäre. Das berichtet zumindest MTV.

Libanon PK Premierminister Saad al-Hariri in Beirut (picture-alliance/dpa)

Saad Hariri bei seiner Rede am 29. Oktober, in der er seinen Rücktritt als libanesischer Premierminister ankündigt

Politiker und Milliardär

Mohammad Safadi ist ein erfolgreicher Geschäftsmann, der in der arabischen Welt unter anderem in der Baubranche tätig war. Der 1944 in Tripoli geborene Safadi wanderte 1975 bei Ausbruch des Bürgerkrieges in seiner Heimat nach Saudi-Arabien aus. In den 1990er-Jahren kehrte der Milliardär in den Libanon zurück und gründete die Safadi Group Holding.

In der Folgezeit übernahm er mehrfach politische Ämter. Seit dem Jahr 2000 war er Mitglied im libanesischen Parlament als Mitglied des Tripoli-Blocks. Von 2005 bis 2008 war er Minister für Infrastruktur und Verkehr, von 2009 bis 2011 Wirtschafts- und Handelsminister und von 2011 bis 2014 Finanzminister.

Im Libanon war es in den vergangenen Monaten zu landesweiten Protesten gegen Misswirtschaft und Korruption gekommen, die Ende Oktober zum Rücktritt von Ministerpräsident Hariri führten.

mak/lh (rtr, munzinger)