Ex-Gouverneur bestätigt Stimmenkauf für Rio 2016 | Aktuell Amerika | DW | 05.07.2019
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Korruption um Olympia

Ex-Gouverneur bestätigt Stimmenkauf für Rio 2016

Bei der Abstimmung für die Olympischen Spiele 2009 bekam Rio de Janeiro in Brasilien den Zuschlag. Nun kommt heraus, dass es dabei offenbar nicht mit rechten Dingen zuging und Schmiergelder flossen.

Der Ex-Gouverneur von Rio de Janeiro, Sergio Cabral, hat erstmals eingeräumt, vor den Olympischen Spielen 2016 in Brasilien Delegierte des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) bestochen zu haben. Brasilianischen Medienberichten zufolge sagte Cabral vor einem Bundesrichter aus, unter anderem den früheren ukrainischen Athleten Sergej Bubka und den russischen Ex-Schwimmer Alexander Popow geschmiert zu haben, um die Spiele nach Rio zu holen.

1,8 Millionen Euro Schmiergeld

Die Schmiergeldzahlungen in Höhe von insgesamt rund zwei Millionen Dollar (knapp 1,8 Millionen Euro) seien mit Hilfe des früheren Chefs des Leichtathletikweltverbands, Lamine Diack, arrangiert worden, sagte Cabral weiter aus. Der frühere Präsident des Nationalen Olympischen Komitees und Olympia-Organisationschef Carlos Arthur Nuzman habe ihm gesagt, dass Diack "offen für unangemessene Vorteile" sei.

Um die Abstimmung im Jahr 2009 über die Vergabe des Olympia-Austragungsortes zu beeinflussen, floss laut Cabral unter anderem Geld an die Sportlegenden Bubka und Popow. Das Geld sei von dem brasilianischen Unternehmer Arthur Soares an Papa Massata Diack, Lamine Diacks Sohn, überwiesen worden. Bubka und Popow wiesen die Anschuldigungen umgehend zurück.

Popow versicherte, keinerlei Bestechungsgelder erhalten zu haben. Er habe zwar an dem Votum des IOC in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen teilgenommen, aber nicht für Rio gestimmt, sagte er der russischen Nachrichtenagentur R-Sport. "Ich weiß nicht, was ich tun soll", sagte er weiter. "Jemand belügt hier jemanden, und das ist sehr ernst".

Brasilien Sergio Cabral Ex Gouvernor Rio de Janeiro (Imago/Fotoarena)

Sergio Cabral wurde 2016 festgenommen

Cabral seit 2016 inhaftiert

Cabral sitzt seit Ende 2016 im Gefängnis. Ihm werden zahlreiche Korruptionsvergehen während seiner Amtszeit von 2007 bis 2014 zur Last gelegt. Vor dem Gericht gab Cabral weiter an, dass Brasiliens damaliger Präsident Luiz Inácio Lula da Silva und der damalige Bürgermeister von Rio, Eduardo Paes, von den Schmiergeldzahlungen gewusst hätten, in die Bestechung aber nicht direkt verwickelt gewesen seien.

Bei der Abstimmung 2009 hatte sich Rio gegen die Mitbewerber Madrid, Chicago und Tokio durchgesetzt.

as/pg (afp, sid, ape)

 

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