Ex-Ford-Manager in Argentinien verurteilt | Aktuell Amerika | DW | 12.12.2018
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Militärdiktatur

Ex-Ford-Manager in Argentinien verurteilt

Es ist das erste Urteil seiner Art in Argentinien: Weil sie Verbrechen der Militärjunta ermöglichten, haben zwei ehemalige Werksleiter des US-Autobauers Ford lange Haftstrafen erhalten. Angehörige der Opfer jubeln.

Zwei ehemalige Manager des US-Autoherstellers Ford sind in Argentinien wegen Menschenrechtsverletzungen verurteilt worden. Ein Gericht in Buenos Aires verhängte gegen die Verantwortlichen Hector S. und Pedro M. eine zwölf- und eine zehnjährige Haftstrafe. Die Männer waren als Sicherheitschef beziehungsweise als Produktionschef für eine Fabrik des Autobauers nahe Buenos Aires verantwortlich.

Ihnen wird vorgeworfen, die Inhaftierung und Folter von argentinischen Ford-Arbeitern während der Militärdiktatur (1976 bis 1983) ermöglicht zu haben. Wegen ihres hohen Alters werden die beiden ehemaligen Werksleiter des Autobauers ihre Haftstrafen unter Hausarrest verbringen können. Die Verurteilten kündigten Berufung an. Der ehemalige General Santiago Riveros bekam als weiterer Mittäter 5 Jahre Haft.

Argentinien Prozess gegen ehemalige Ford Manager Angehörige Opfer (picture-alliance/AP Photo/G. Garello)

Angehörige gefolterter Ford-Mitarbeiter warten auf die Urteilsverkündung

Es ist das erste Mal, dass Verantwortliche eines multinationalen Konzerns dafür verurteilt werden, mit der Militärjunta zusammengearbeitet zu haben. Nach Einschätzung von Menschenrechtsorganisationen verschwanden unter der Herrschaft der argentinischen Militärjunta etwa 30.000 Regierungsgegner. In vielen Fällen ist ihr Schicksal bis heute ungeklärt.

cw/wa (afp, dpa)