Ex-Audi-Manager gegen Millionen-Kaution frei | Wirtschaft | DW | 26.06.2018
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Abgasskandal

Ex-Audi-Manager gegen Millionen-Kaution frei

Ein wegen seiner Verwicklungen im Dieselskandal in Untersuchungshaft sitzender ehemaliger Manager von Audi ist am Dienstag gegen Kaution freigekommen. Ex-Audi-Chef Stadler muss im Gefängnis bleiben.

Der ehemalige Audi- und Porsche-Manager Wolfgang Hatz kommt nach fast genau neun Monaten aus der Untersuchungshaft frei. Wie sein Anwalt Peter Gauweiler sagte, musste der 59-Jährige drei Millionen Euro Kaution hinterlegen und seinen Ausweis abgeben.

Der Mann war bis zum Bekanntwerden des Dieselskandals Vorstand beim Autobauer Porsche. Zuvor hatte er die Motorenentwicklung bei Audi und im gesamten Volkswagenkonzern verantwortet. Es bestehe aber weiterhin dringender Tatverdacht, Flucht- und Verdunkelungsgefahr gegen Hatz, betonte das Oberlandesgericht München.

Hatz darf Deutschland nicht verlassen und muss sich regelmäßig bei der Polizei melden. Die Haftentlassung gilt als Zeichen dafür, dass die Strafverfolger bei ihren Ermittlungen in der Affäre um manipulierte Abgaswerte bei Dieselfahrzeugen vorankommen.

Ex-Audi-Chef bleibt in Haft

Der ehemalige Audi-Vorstandschef Rupert Stadler bleibt dagegen in Untersuchungshaft. Er war vor gut einer Woche überraschend wegen Betrugsverdachts im Zusammenhang mit dem Dieselskandal verhaftet worden und sitzt seither im Augsburger Gefängnis.

Auch bei Stadler sehen die Ermittler Verdunkelungsgefahr, nachdem sie Telefonate Stadlers abgehört hatten. Zuvor war die Wohnung des 55-Jährigen durchsucht worden.

Er soll versucht haben, Zeugen der Affäre zu beeinflussen. Seine Vernehmung soll in der kommenden Woche fortgesetzt werden.

Starkbieranstich auf dem Nockherberg ( picture-alliance/dpa/T. Hase)

Der vorbestrafte Steuerhinterzieher Uli Hoeneß (links) und der mutmaßliche Diesel-Betrüger Rupert Stadler (im Jahr 2012)

Die Staatsanwälte werfen Volkswagen wegen des Einbaus illegaler Software zur Motorensteuerung Betrug und illegale Werbung vor. Mit dem Programm sollten Abgaswerte manipuliert werden, damit die Autos die Grenzwerte einhielten.

Hatz war wegen des Abgasskandals erst beurlaubt worden, 2016 musste er gehen. Vor Hatz war bereits ein ehemaliger Audi-Ingenieur wieder aus der Untersuchungshaft freigekommen, ebenfalls gegen Kaution. Der Italiener hatte bis November 2017 vier Monate im Gefängnis gesessen.

hb/bea (rtr,afp)