Europa löst sich mit aller Vorsicht vom Corona-Lockdown | Aktuell Europa | DW | 04.05.2020
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COVID-19

Europa löst sich mit aller Vorsicht vom Corona-Lockdown

Zahlreiche EU-Staaten lockern zu Wochenbeginn einige Anti-Corona-Maßnahmen. Doch Vorsichtsmaßnahmen bleiben - die Schutzmaske gehört fast überall dazu. Und die strenge Beobachtung durch die Behörden ist inklusive.

Der Street-Art-Künstler Lapo Fatail vor seinem Werk in der Nähe des San-Luca-Hospitals in Mailand (Foto: Getty Images/AFP/M. Medina)

Der Street-Art-Künstler Lapo Fatail vor seinem Werk in der Nähe des San-Luca-Hospitals in Mailand

ITALIEN

Nach fast zwei langen Monaten lockert Italien die Ausgangssperren, die zu den strengsten in Europa gehörten. Ab diesem Montag dürfen rund 60 Millionen Menschen erstmals wieder zum Sport oder Spaziergang nach draußen. Industrie und Bauwirtschaft fahren ihre Produktion hoch. Allerdings bleiben die meisten Geschäfte noch zu. Restaurants und Bars dürfen nur einen Liefer- oder Take-Away-Service anbieten und bleiben bis Juni für Besuche geschlossen. Die Regierung in Rom hatte die Menschen im ganzen Land am 10. März unter Quarantäne gestellt und dann auch die nicht-lebenswichtige Produktion geschlossen.

Ältere Bewohner von Turin beim - Corona-gemäßen - Schwätzchen auf der Piazza Castello (picture-alliance/Pacific Press/A. Gandolfo)

Ältere Bewohner von Turin beim - Corona-gemäßen - Schwätzchen auf der Piazza Castello

ÖSTERREICH

In  der Alpenrepublik sind nun Besuche in Alten- und Pflegeheimen - eingeschränkt - möglich. Zudem beginnt für rund 100.000 Schüler der Abschlussklassen wieder der reguläre Unterricht. Nach dem Stufenplan der Wiener Regierung sind danach Mitte Mai die Grundschulen und Unterstufen dran; alle anderen folgen Anfang Juni. Im Land sind inzwischen alle Geschäfte und fast alle Dienstleister wieder geöffnet. Am 15. Mai folgen die Restaurants, Ende Mai Hotels. Doch die Hygieneregeln gelten weiter, wie ein Mindestabstand von einem Meter und das Tragen von Mund-Nasen-Schutz in Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln.

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Corona-Epidemie: Weitere Lockerungen in Österreich

BELGIEN

In Belgien dürfen zunächst wieder mehr Busse und Bahnen fahren. Dabei gilt eine Masken-Pflicht für Personen ab zwölf Jahren. Öffnen dürfen Unternehmen, die als Kunden andere Firmen haben, aber keine Privatpersonen bedienen. Auch Stoff- und Kurzwarenläden dürfen aufmachen. Andere Geschäfte jenseits des Lebensmittelhandels sollen noch eine Woche zu bleiben. Sport ist unter Einhaltung der Distanzregeln wieder mit zwei Personen erlaubt, die nicht im eigenen Haushalt wohnen. Das Arbeiten zu Hause soll aber die Regel bleiben, und die Menschen sollen ihr Haus nur selten verlassen - etwa zum Einkaufen, für den Weg zur Arbeit oder zum Arzt. Die nächsten Etappen der Lockerung sind für den 11. und 18. Mai vorgesehen. Erst in Phase drei ist die schrittweise Schulöffnung anvisiert.

Mitte Mai sollen in Belgien die Restaurants wieder öffnen dürfen (Foto: Getty Images/AFP/K. Tribouillard)

Mitte Mai sollen in Belgien die Restaurants wieder öffnen dürfen

POLEN

Polnische Bürger, die in Deutschland, der Slowakei, Tschechien oder Litauen arbeiten oder studieren, müssen bei einer Rückkehr in ihr Heimatland nicht mehr für 14 Tage in Quarantäne. Für medizinisches Personal und Menschen, die in Pflegeeinrichtungen tätig sind, gilt die Quarantäne-Regelung aber weiter. Hotels, Einkaufszentren und Sportplätze unter freiem Himmel sollen wieder öffnen. Kontrollen an den Grenzen zu anderen EU-Mitgliedstaaten bleiben bis zum 13. Mai bestehen - solange ist das Land auch für Ausländer geschlossen. Ausnahmen gelten für Menschen mit Daueraufenthaltsgenehmigung, für Lastwagenfahrer und Diplomaten.

UNGARN

In Ungarn dürfen sich Menschen außerhalb der Hauptstadt Budapest und Umgebung bei Einhaltung des Mindestabstands wieder frei bewegen. Geschäfte können uneingeschränkt öffnen, Gaststätten wieder aufmachen, wenn sie draußen bedienen. Landesweit besteht Maskenpflicht in Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln.

Einwohner von Athen genießen die Aussicht auf ihre Heimatstadt (Foto: Reuters/G. Tomasevic)

Einwohner von Athen genießen die Aussicht auf ihre Heimatstadt

GRIECHENLAND

In Griechenland können die Bürger wieder ohne Einschränkungen aus dem Haus gehen. Sie dürfen aber nicht in eine andere Präfektur reisen (das entspricht in etwa einem Landkreis in Deutschland). Friseursalons, Elektrogeschäfte und Buchläden öffnen wieder. Masken sind in öffentlichen Verkehrsmitteln, Aufzügen und Krankenhäusern sowie in Arztpraxen nun Pflicht.

PORTUGAL

Nach Ende eines sechswöchigen Ausnahmezustands werden in Portugal erstmals wieder zahlreiche Läden öffnen dürfen. Zunächst können kleinere Geschäfte mit einer Fläche von bis zu 200 Quadratmetern ihre Türen und Tore öffnen, darunter Buch-, Friseur- und Schuhläden sowie Autohäuser. Außerdem darf Sport im Freien betrieben werden.

Spaziergängerinnen am Strand der baskischen Stadt San Sebastian (Foto Getty Images/AFP/A. Gillena)

Spaziergängerinnen am Strand der baskischen Stadt San Sebastian

SPANIEN

Im von der Corona-Pandemie schwer betroffenen Spanien waren erste Lockerungen bereits am Wochenende in Kraft getreten. Die Bürger dürfen erstmals nach sieben Wochen wieder im Freien spazieren gehen oder Sport treiben. Zur Ausübung dieser Aktivitäten gibt es Zeitfenster wie auch örtliche Beschränkungen. Es ist erlaubt, zwischen 06.00 und 10.00 sowie zwischen 20.00 und 23.00 Uhr aus dem Haus zu gehen und sich bei Spaziergängen bis zu einem Kilometer vom Wohnsitz zu entfernen. Beim Sport darf die Wohngemeinde nicht verlassen werden.

FRANKREICH

Frankreich schließlich will die strengen Ausgangsbeschränkungen erst vom 11. Mai an lockern. Das Tragen von Schutzmasken in öffentlichen Verkehrsmitteln soll dann zur Pflicht werden. Geschäfte sollen von diesem Termin an wieder öffnen können. Restaurants oder Cafés werden aber weiter geschlossen bleiben; auch Strände sind für Besucher und Sportler bis mindestens 1. Juni tabu.

sti/kle (afp, dpa, rtr)

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