Europa ist heiß | Aktuell Europa | DW | 28.06.2019
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Wetter

Europa ist heiß

Hersteller von Klimaanlagen, Getränken, Eis und Bekleidung reiben sich dieser Tage die Hände. Sie sind die Profiteure der Hitzewelle, die derzeit das Leben in Europa erschwert. Ein Hitzerekord jagt den anderen.

Frankreich schaltet auf den Standby-Modus. Nach Angaben des französischen Wetterdienstes wurde am Freitagnachmittag erstmals die 45-Grad-Marke überschritten. Am Freitagnachmittag seien in verschiedenen Orten im Süden des Landes mehr als 45 Grad gemessen worden, teilten die Metereologen mit. Dazu zählte der Ort Gallargues-le-Montueux mit 45,9 Grad. Die Gemeinde liegt im Département Gard. Es ist eines der vier Départements, in denen der Wetterdienst für Freitag wegen der Hitze Alarmstufe Rot ausgerufen hatte.

Bereits am frühen Nachmittag wurde der Allzeit-Temperaturrekord in Frankreich gebrochen. In der Kleinstadt Carpentras in Südfrankreich wurden am frühen Freitagnachmittag 44,3 Grad gemessen. Der bisherige gemessene Rekord lag bei 44,1 Grad und stammt aus dem August 2003, gemessen in dem Ort Conqueyrac. In Villevieille im südfranzösischen Département Gard wurden um 15.00 Uhr 45,1 Grad Celsius gemessen, teilte der Experte Etienne Kapikian auf Twitter mit.

Frankreich Carpentras | Hitzerekord von 44 Grad (Getty Images/AFP/P. Valasseris)

Carpentras, Südfrankreich, 44 Grad

Erste Tote

Auch in Südeuropa geht es derweil ans Eingemachte. Dort stöhnen die Menschen unter Werten jenseits der 40 Grad. In Spanien forderte die Hitzewelle die ersten Todesopfer. Ein 17 Jahre alter Landarbeiter sei nach einem Hitzschlag bei der Ernte in der Provinz Córdoba im Süden gestorben, berichteten Medien unter Berufung auf die Gesundheitsbehörden der Region Andalusien. In Valladolid nordwestlich von Madrid erlag ein 93 Jahre alter Mann bei einem Spaziergang einem Hitzschlag, wie die Polizei mitteilte.

In Murcia im Osten Spaniens liegt unterdessen ein 45-jähriger Landarbeiter, der ebenfalls einen Hitzschlag erlitt, in kritischem Zustand im Krankenhaus. Die Regionalregierung von Katalonien im Nordosten Spaniens verbot am Freitag zunächst für 48 Stunden alle Erntearbeiten.

Spanien erwartet 43 Grad

Aufgrund der Hitze hat der spanische Wetterdienst Aemet in 23 Regionen im Norden und im Nordosten des Landes Alarmstufe Rot ausgerufen. Dort wurden Höchsttemperaturen von bis zu 43 Grad erwartet. Betroffen sind verschiedene Regionen in insgesamt sieben Provinzen: Barcelona, Huesca, Saragossa, Girona, Lleida, Navarra und La Rioja. Alarmstufe Rot im Juni sei auch für Spanien äußerst ungewöhnlich, wurde Aemet-Sprecher Rubén del Campo in der Onlineausgabe der Zeitung "El País" zitiert.

Spanien, Waldbrand in Katalonien (Getty Images/P. Barrena )

Waldbrand in Katalonien

In der Hauptstadt Madrid soll die Temperatur an diesem Samstag sogar auf 42 Grad klettern. Dort galt vorerst aber "nur" die zweithöchste Alarmstufe Orange. Vor einem heißen Wochenende stehen auch zahlreiche andere Regionen Spaniens. Auf Mallorca soll es Samstag und Sonntag 38 Grad werden.

Mit der Hitze kommen auch die Waldbrände. In der katalanischen Provinz Tarragona im Nordosten Spaniens vernichtete ein Feuer rund 6500 Hektar Wald. Die zerstörte Fläche entspricht ziemlich genau zwei Dritteln der Insel Sylt.

Auch Deutschland schwitzt

In Deutschland war es noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen vor fast 140 Jahren im Juni so warm wie in den vergangenen Tagen und Wochen. Bis zu 39 Grad kann es am Wochenende in Ostdeutschland heiß werden - damit sind nach Einschätzung des Deutschen Wetterdiensts (DWD) erneut rekordverdächtige Werte möglich.

Hitzewelle in Europa Schwarzwald Schwimmbad (picture-alliance/Eibner/D. Fleig)

Letzte Rettung Wasser: Schwimmen im Schwarzwald

Im brandenburgischen Coschen und im sächsischen Bad Muskau war mit 38,6 Grad bereits am Mittwoch der bisherige deutsche Hitzerekord für Juni geknackt worden. Der Monat war laut vorläufiger DWD-Bilanz der wärmste und sonnigste seit Messbeginn. Mit einem Temperaturschnitt von 19,8 Grad war es 4,4 Grad wärmer als es der Vergleich mit der Referenzperiode von 1961 bis 1990 vorsieht, wie der DWD in Offenbach mitteilte.

Hitzewelle in Europa Deutschland – München (picture-alliance/dpa/P. Kneffel)

Hitze in München: Badende in der Isar

Es handelt sich um den höchsten seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1881 in Deutschland gemessenen Wert. Die Sonne schien im Schnitt 300 Stunden lang und übertraf ihr Soll um 50 Prozent. Damit ließ sie den bisherigen Monatsrekord von 1976 hinter sich. "Schon wieder neue Höchstwerte! Allmählich verschlägt es mir die Sprache angesichts dieser inzwischen in Serie auftretenden Klimarekorde", erklärte DWD-Sprecher Uwe Kirsche.

cgn/fab (afp, dpa)

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