Europäischer Luftraum für Boeing 737 Max 8 gesperrt | Aktuell Welt | DW | 12.03.2019
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Luftfahrt

Europäischer Luftraum für Boeing 737 Max 8 gesperrt

Nach dem Absturz einer Boeing 737 Max 8 in Äthiopien hat die europäische Flugaufsicht EASA Maschinen dieses Typs ein Flugverbot erteilt. Die US-Luftfahrtbehörde FAA sieht dafür weiter keinen Anlass.

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Ist die Boeing 737 Max 8 noch sicher?

Die EASA folgte damit der Entscheidung zahlreicher EU-Staaten, die nach dem Absturz zweier Maschinen den Luftraum für diesen Flugzeugtyp gesperrt haben. Auch der deutsche Luftraum war für Maschinen der gleichen Bauart gesperrt worden.

"Sicherheit geht absolut vor. Bis alle Zweifel ausgeräumt sind, habe ich veranlasst, dass der deutsche Luftraum für die Boeing 737 Max ab sofort gesperrt wird", erklärte Verkehrsminister Andreas Scheuer nach einem Bericht des TV-Senders n-tv. In Deutschland gebe es zwar keine Starts und Landungen, aber zahlreiche Überflüge dieser Maschine. 

Ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums in Berlin bestätigte den ntv-Bericht. Die Unglücksursache stehe derzeit nicht fest, sagte er. Zurzeit gebe es mehr Zweifel als Erkenntnisse.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer

Zuvor hatte bereits die britische Luftfahrtbehörde mitgeteilt, dass sie den Luftraum Großbritanniens für Maschinen dieses Typs sperrt. Die Anordnung werde bis auf Weiteres in Kraft sein, hieß es. China und Indonesien hatten den neuen Boeings bereits am Montag ein Startverbot erteilt. Chinas Luftfahrtbehörde hatte in der Begründung darauf verwiesen, dass es bei beiden Unglücken "gewisse Ähnlichkeiten" gegeben habe.

US-Luftfahrtbehörde: Keine Grundlage für Flugverbote

Insgesamt rund ein Dutzend Länder und Gesellschaften ergriffen entweder zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen oder verbannten den Flieger vorerst aus ihrem Luftverkehr. Die US-Luftfahrtbehörde FAA forderte von dem US-Flugzeugbauer zwar Nachbesserungen an den Maschinen, sieht aber weiter keinen Anlass für ein vorübergehendes Flugverbot. Für einen solchen Schritt gebe es derzeit "keine Grundlage", erklärte FAA-Chef Daniel Elwell. Die bisherige Überprüfung habe keine systemischen Probleme aufgedeckt. Auch hätten andere Luftfahrtbehörden den USA keine Daten geliefert, die ein solches Vorgehen rechtfertigen würden.

Zwei Abstürze seit Oktober

Am Sonntag war eine Boeing 737 Max 8 von Ethiopian Airlines in Äthiopien abgestürzt, 157 Menschen kamen ums Leben. Im Oktober waren beim Absturz einer baugleichen Maschine der Fluggesellschaft Lion Air in Indonesien 189 Menschen gestorben.

Trümmer der Unglücksmaschine in Äthiopien

Trümmer der Unglücksmaschine in Äthiopien

Der US-Flugzeugbauer beharrte derweil auf der Sicherheit seiner Baureihe 737 Max. "Wir haben volles Vertrauen in die Sicherheit", teilte der Konzern mit. Boeing äußerte aber nach etlichen Startverboten weltweit Verständnis dafür, dass Aufsichtsbehörden und Airlines "Entscheidungen treffen, die sie am angemessensten für ihre Heimatmärkte halten". Das Unternehmen arbeite weiter mit Regulierern und Kunden zusammen, damit diese die nötigen Informationen erhielten, um Vertrauen in den Betrieb der Flotte zu haben.

Die Boeing 737 ist das meistverkaufte Verkehrsflugzeug der Welt. Die 737-Max-Reihe ist die neueste Variante des Verkaufsschlagers. Der US-Hersteller hat bereits mehr als 350 Maschinen ausgeliefert und sitzt auf prall gefüllten Auftragsbüchern mit Tausenden Bestellungen. 

stu/sti (dpa, rtr)
 

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