″Europäische Republik″: Utopie der Künstler? | Kultur | DW | 10.11.2018
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Europa

"Europäische Republik": Utopie der Künstler?

Was wird aus dem gesamteuropäischen Projekt? Der Wunsch von zahlreichen Künstlern, die das "The European Balcony Project" unterstützen: eine europäische Republik mit souveränen Bürgern.

Sie proklamieren von Balkonen und auf öffentlichen Plätzen, wie schon die Revolutionäre von 1918. Zahlreiche Künstler haben symbolisch die "Europäische Republik" ausgerufen. Mit dem Projekt, das zeitgleich an etwa 160 Orten stattfindet, wollen die Initiatoren vom Thinktank "European Democracy Lab" unter der Leitung der Politikwissenschaftlerin Ulrike Guérot für die Idee einer gesamteuropäischen Demokratie und Staatlichkeit sensibilisieren.

Vor 100 Jahren, am Ende des Ersten Weltkriegs, wurden nahezu zeitgleich in verschiedenen europäischen Staaten Republiken ausgerufen. Ziel des "European Balcony Projects" als künstlerisch-politische Performance ist eine möglichst breitenwirksame Debatte über die Zukunft Europas vor der Europawahl im Mai 2019.

Europäische Revolution?
Das Manifest der heutigen Aktion konstatiert: "Das Europa der Nationalstaaten ist gescheitert. Die Idee des europäischen Einigungsprojekts wurde verraten." Was soll daraus folgen? "Die Macht in den europäischen Institutionen muss erobert werden, um den gemeinsamen Markt und die gemeinsame Währung in einer gemeinsamen europäischen Demokratie zu gestalten."

Unter den Hashtags #weproclaim und #europeanrepublic bekennen sich Künstler wie der österreichische Schriftsteller Robert Menasse und der Schweizer Regisseur Milo Rau dazu, Europa neu denken zu wollen. An der Aktion nahmen mehr als 150 europäische Kulturinstitutionen und Bürgergruppen teil, darunter das Nationaltheater Gent (NTGent), das Burgtheater Wien sowie das Royal Conservatoire of Scotland und die Stadsschouwburg Amsterdam. Zahlreiche Personen des öffentlichen Lebens unterstützen das Projekt, darunter Elfriede Jelinek, Étienne Balibar, Carolin Emcke, Srecko Horvat und Dubravka Ugresic.

jhi/gri (dpa/europeanbalconyproject.eu)

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