EU verschärft CO2-Grenzwerte für Neuwagen | Aktuell Europa | DW | 17.12.2018
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Umweltschutz

EU verschärft CO2-Grenzwerte für Neuwagen

Kaum ist die Klimakonferenz von Kattowitz vorbei, einigt sich die Europäische Union auf eine Reduktion klimaschädlicher Autoabgase. Vorausgegangen war ein zähes Ringen zwischen dem EU-Parlament und einigen Bremsern.

Im Streit um schärfere Klimaschutz-Vorgaben für Neuwagen haben sich Unterhändler der EU-Staaten und des Europaparlaments auf einen Kompromiss verständigt. Bis 2030 sollten neue Autos 37,5 Prozent weniger Kohlendioxid (CO2) ausstoßen als bisher, teilte die österreichische Ratspräsidentschaft in Brüssel mit.

Das EU-Parlament hatte noch vor einer Woche auf einem Minus von 40 Prozent beharrt. Die EU-Staaten hatten sich im Oktober nach langem Ringen auf 35 Prozent geeinigt. Während Spanien und Frankreich die Forderung des EU-Parlaments stützten, traten Deutschland und mehrere osteuropäische Länder auf die Bremse - aus Angst um Arbeitsplätze in der Automobilindustrie.

Zähneknirschend verhandelt

Berlin wollte ursprünglich eine Reduktion um nur 30 Prozent. Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) hatte sich persönlich für ein ehrgeizigeres Ziel stark gemacht. Sie musste dann allerdings die von der Union durchgesetzte Position der Bundesregierung vertreten.

Für leichte Nutzfahrzeuge wurde nun in Brüssel ein Rückgang um 31 Prozent vereinbart. Als Zwischenziel soll der CO2-Ausstoß in beiden Fahrzeugklassen - PKW und leichten Nutzfahrzeugen - bis 2025 um 15 Prozent zurückgehen.

Für viele Hersteller in weiter Ferne

Die Vorgaben sollen helfen, die Klimaziele der Europäischen Union zu erreichen und die Emissionen im Straßenverkehr zu mindern. Die geforderte Reduktion bei Autoabgasen ist nur zu schaffen, wenn Hersteller neben Benzinern und Diesel-Modellen immer mehr Fahrzeuge verkaufen, die gar kein CO2 ausstoßen - zum Beispiel reine Elektroautos.

Bisher ist in der EU festgelegt, dass Neuwagen im Flottendurchschnitt 2021 nicht mehr als 95 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer ausstoßen sollen. Von dieser Basis aus soll die Senkung erfolgen. Für viele Hersteller liegt die jüngste Vorgabe noch in weiter Ferne: Der europäische Durchschnittswert lag zuletzt bei 118,5 Gramm. Insgesamt stammt rund ein Viertel aller Klimagase der EU aus dem Verkehr. Autos und Lastwagen haben daran den größten Anteil.

Kritik an der EU-Vereinbarung kam vom Verband der Automobilindustrie. "Diese Regulierung fordert zu viel und fördert zu wenig", erklärte der VDA. "Niemand weiß heute, wie die beschlossenen Grenzwerte in der vorgegebenen Zeit erreicht werden können." Nirgends sonst in der Welt gebe es ähnlich scharfe CO2-Ziele. Somit werde die europäische Automobilindustrie im internationalen Wettbewerb stark belastet. Nun seien Arbeitsplätze in Gefahr.

jj/fab (dpa, rtr)

Die Redaktion empfiehlt