EU verhindert Impfstoff-Export | Aktuell Europa | DW | 04.03.2021
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages
Anzeige

Corona-Pandemie

EU verhindert Impfstoff-Export

Die Europäische Union hat Vakzin-Hersteller im Visier, die ihren Lieferverpflichtungen nicht nachkommen. Exportkontrollen trafen nun den Pharmakonzern AstraZeneca. Das Nachsehen hat Australien.

Erstmals ist die Ausfuhr von Corona-Impfstoff aus der Europäischen Union in einen Drittstaat gestoppt worden. Italien blockierte - in Abstimmung mit der EU-Kommission - die Lieferung von 250.000 Vakzin-Dosen des britisch-schwedischen Herstellers AstraZeneca nach Australien, wie in Brüssel bestätigt wurde. Der Impfstoff stammt aus dem Werk in Anagni in der Nähe von Rom. 

Grundlage ist ein Ende Januar eingeführtes System zur Exportkontrolle. Demnach müssen Pharmakonzerne, die Lieferverpflichtungen in der Europäischen Union haben, Ausfuhrgenehmigungen für in der EU produzierte Impfstoffe beantragen. Wenn Hersteller die EU bei Liefermengen unrechtmäßig benachteiligen, können Genehmigungen verweigert werden. Davon ausgenommen sind Exporte in eine Reihe von Partnerländern und in Entwicklungsländer.

Australien | Coronavirus | Premierminister Scott Morrison

Sein Land muss auf eine Impfstoff-Lieferung aus Italien verzichten: Australiens Premierminister Scott Morrison (52)

Großer Unmut

AstraZeneca hatte die vertraglich zugesagte Liefermenge an die EU im ersten Quartal drastisch von 80 Millionen auf 40 Millionen Dosen gesenkt, was für großen Unmut sorgte. Es stand die Vermutung im Raum, dass in der Europäischen Union produzierte Vakzine in Drittstaaten gebracht wurden. Ende Februar hieß es aus EU-Kreisen, der Pharmakonzern werde seine Zusagen wohl auch im zweiten Quartal nicht einhalten. AstraZeneca-Chef Pascal Soriot erklärte später, er hoffe, die "Erwartungen" doch noch erfüllen zu können.

wa/qu (dpa, rtr)

Die Redaktion empfiehlt