EU-Personal verlässt libysche Hauptstadt Tripolis | Aktuell Afrika | DW | 11.04.2019
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Kämpfe in Libyen

EU-Personal verlässt libysche Hauptstadt Tripolis

Seit der Offensive des Milizengenerals Haftar auf Tripolis ist die Hauptstadt Libyens schwer umkämpft. Tausende Anwohner fliehen vor permanenten Luftangriffen. Auch die EU bringt ihre Mitarbeiter in Sicherheit.

Libyen Kämpfe um Tripolis (Reuters/I. Zitouny)

Sicherheitskräfte der international anerkannten Regierung an einem Checkpoint südlich von Tripolis

Die Europäische Union hat wegen der heftigen Gefechte um die libysche Hauptstadt Tripolis die internationalen Mitarbeiter der Grenzsicherungsmission EUBAM ins benachbarte Tunesien bringen lassen. Sie würden von dort aus die Lage beobachten, gab ein EU-Sprecher bekannt. Laut tunesischen Medien erreichten die EU-Vertreter und Diplomaten mit zwei Booten nahe der Ferieninsel Djerba die tunesische Küste. Die Rede ist von bis zu 20 Personen. Sicherheitskräfte hätten das EU-Personal, das auch Waffen an Bord gehabt haben soll, zunächst festgehalten und nach Prüfung ihrer Dokumente freigelassen, hieß es weiter.

Libyen Zusammenstößen zwischen Haftars Streitkräften und den GNA-Streitkräften (picture-alliance/ZUMAPRESS.com)

Regierungssoldaten bereiten sich auf einen Gegenschlag gegen die Haftar-Milizen vor

Mogherini und Merkel greifen per Telefon ein 

Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini rief die Truppen des im Osten Libyens herrschenden Generals Chalifa Haftar nachdrücklich auf, alle militärischen Operationen einzustellen und an den Verhandlungstisch unter Schirmherrschaft der Vereinten Nationen (UN) zurückzukehren. Haftar will die international anerkannte Regierung von Ministerpräsident Fajes al-Sarradsch stürzen, die in Tripolis ihren Sitz hat. Sie habe sowohl mit Haftar als auch mit al-Sarradsch gesprochen, erklärte Mogherini.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel telefonierte mit dem libyschen Regierungschef, wie ihr Sprecher Steffen Seibert mitteilte. Merkel verurteilte demnach den Vormarsch der Haftar-Truppen und betonte, es könne in Libyen keine militärische Lösung geben. Sie erwarte von allen Parteien die Bereitschaft zu Verhandlungen, bekräftigte die Kanzlerin.

 

Infografik Der Konflikt in Libyen DE

Mehr als 8000 Anwohner auf der Flucht

Vor den seit knapp einer Woche tobenden Gefechten rund um Tripolis sind nach UN-Angaben mehr als 8000 Menschen geflohen. UN-Sprecher Stephane Dujarric bezeichnete die Kämpfe der vergangenen 24 Stunden als die heftigsten seit Ausbruch der Feindseligkeiten. Die UN bemühen sich nach seinen Worten weiter um eine befristete Waffenruhe, um Zivilisten und Verletzte zu versorgen und aus der Gefechtsregion zu bringen.

se/qu (afp, ap, rtr, dpa)

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