EU empfiehlt wieder Reisebeschränkungen für USA | Aktuell Europa | DW | 31.08.2021
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Corona-Restriktionen

EU empfiehlt wieder Reisebeschränkungen für USA

Der Rat der EU-Mitgliedsstaaten hat neue Empfehlungen ausgesprochen: Insgesamt sechs Staaten wurden von der Liste der Länder gestrichen, für die keine Corona-Auflagen mehr gelten sollen. In den USA führt das zu Unmut.

Einreise EU | Covid-19: Airport Corona Testing

Einreisende am Flughafen von München

Die Empfehlung aus Brüssel ist eindeutig, für die einzelnen EU-Staaten allerdings nicht bindend: Für Menschen, die aus den USA oder Israel, aber auch aus Nordmazedonien, Montenegro, dem Kosovo oder Libanon in die Europäische Union einreisen wollen, gelten wieder härtere Corona-Auflagen. Grund sind insbesondere hohe Inzidenzzahlen. 

Keine Konsequenz für Einreise nach Deutschland

Für Leute, die aus den USA und Israel sowie den genannten Balkanstaaten nach Deutschland einreisen wollen, werden die Änderungen allerdings keine Konsequenzen haben. Die Bundesrepublik stuft die Länder bereits seit einiger Zeit als Hochrisikogebiete ein. Einreisende, die nicht geimpft oder genesen sind, müssen deswegen derzeit für fünf bis zehn Tage in Quarantäne.

Als Hochrisikogebiete werden von Deutschland Länder und Regionen mit besonders hohem Infektionsrisiko eingestuft. Dafür sind inzwischen aber nicht mehr nur die Infektionszahlen ausschlaggebend. Andere Kriterien sind das Tempo der Ausbreitung des Virus, die Belastung des Gesundheitssystems oder auch fehlende Daten über die Corona-Lage vor Ort.

Deutschland Flughafen Berlin-Brandenburg (BER)

Reisen ist in Zeiten der Delta-Variante anstrengend

Hintergrund der bereits erfolgten deutschen Einstufung ist, dass es den EU-Staaten am Ende freigestellt ist, ob sie den EU-Empfehlungen folgen. Die Bundesrepublik ist so oft restriktiver und handelt bereits früher, wenn Fallzahlen in einem Land steigen. Seit Beginn der Corona-Pandemie haben die meisten EU-Mitgliedstaaten die Empfehlungen Brüssels zu den Einreisebeschränkungen für Reisende aus Drittstaaten umgesetzt.

EU hatte im Juni Auflagen für USA gelockert

Die EU hatte die USA erst im Juni auf ihre Liste von Drittstaaten gesetzt, für die keine Einreisebeschränkungen mehr gelten sollen. An dieser Entscheidung hatte es allerdings auch Kritik gegeben, weil die USA ihrerseits bislang an weitreichenden Corona-Einreiseverboten für Menschen aus Europa festhalten.

Seither breitet sich das Coronavirus in den USA zudem wieder stärker aus. Aktuell werden in dem Land täglich rund 150.000 Neuinfektionen mit dem Virus gemeldet. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner liegt laut der US-Gesundheitsbehörde landesweit bei 310.

Nur 17 Ausnahme-Länder auf Corona-Liste

Seit März vergangenen Jahres gelten wegen der Corona-Pandemie Beschränkungen für nicht unbedingt notwendige Reisen in die EU. Einige Länder und Regionen sind jedoch von den Beschränkungen ausgenommen. Ihre Zahl ist angesichts der weltweiten Zunahme an Corona-Infektionen in den vergangenen Wochen merklich geschrumpft. Derzeit stehen nur noch 17 Länder auf der Ausnahme-Liste, darunter weiterhin Länder wie Australien, Neuseeland, Singapur und Südkorea.

Die Liste unterliege einer regelmäßigen Prüfung und werde gegebenenfalls aktualisiert, hieß es in der Mitteilung des Rats der EU. Ob die Mitgliedstaaten die "vorübergehenden Restriktionen" für geimpfte Touristen aufheben, sei den nationalen Regierungen überlassen.

USA arbeiten an einheitlichen Einreise-Plänen

Das Weiße Haus betonte zuletzt, die EU-Ankündigung betreffe nur ungeimpfte Reisende aus den USA. Die US-Regierung ermutige weiterhin alle Bürger, sich impfen zu lassen, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki. Sie betonte auch, die US-Regierung arbeite ihrerseits an einheitlichen Vorgaben für Einreisen aus dem Ausland.

Der Verband der US-Fluggesellschaften, Airlines for America, verurteilte die neue EU-Empfehlung. "Die Empfehlungen der Europäischen Union sind ein Rückschritt und eindeutig enttäuschend für die US-Luftfahrtindustrie", hieß es in einer Erklärung des Verbands. Man habe mit großer Sorgfalt daran gearbeitet, die Transatlantik-Verbindungen unter Beachtung von Sicherheitsstandards wiederaufzunehmen.

Anfang August war bekanntgeworden, dass die US-Regierung Pläne vorbereitet, wie eine mögliche Lockerung der geltenden Reisebeschränkungen aussehen könnte. Arbeitsgruppen entwickeln demnach Regelungen für den Zeitpunkt, an dem Einreisen wieder erlaubt werden könnten. Erwogen werde, die Beschränkungen für Geimpfte zu lockern, hieß es aus dem Weißen Haus. Entschieden sei noch nichts.

jwa/qu (dpa, afp)

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