Es wird ungemütlicher für Elon Musk | Aktuell Amerika | DW | 10.08.2018
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Elektroauto-Pionier

Es wird ungemütlicher für Elon Musk

Was hat ihn nur zu diesem Tweet geritten? Die rechtlichen Folgen sind gar nicht abzusehen. Und die Anleger wenden sich schon wieder ab von Elon Musk und seinem Unternehmen. Der Tesla-Verwaltungsrat will Aufklärung.

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Der umtriebige Tesla-Chef Elon Musk

Die Euphorie an der Börse ist verflogen, doch die Fragen bleiben: Will Elon Musk den Elektroauto-Pionier Tesla tatsächlich von der Börse nehmen? Die Finanzierung eines solchen Vorhabens sei gesichert, hatte der Firmengründer am Dienstagabend getwittert und damit einen Kurssprung ausgelöst. Dieser Effekt ist längst wieder verpufft, vor allem weil Musk nicht sagt, wie er so einen Deal stemmen will. Nicht einmal der Verwaltungsrat von Tesla weiß mehr.

Das Führungsgremium, dem Musk selbst vorsteht, verlangt vom Unternehmenschef mehr Informationen darüber, wie er einen Tesla-Rückzug von der Börse finanzieren will. Der Verwaltungsrat werde in den kommenden Tagen entscheiden, ob eine formelle Prüfung der Vorschläge gestartet werde, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters einen Insider. Dazu wollen sich die Räte auch mit Finanzberatern treffen.

Einem CNBC-Bericht zufolge soll Musk mit dem Staatsfonds Saudi-Arabiens über das Thema gesprochen haben. Es sei aber bislang unklar, ob die Saudis irgendwelche Zusagen gemacht hätten.

Skepsis an den Märkten

Die Tesla-Zukunft bleibt somit ungewiss. Das drückt die Aktie, die am Donnerstag im US-Handel zeitweise an die sechs Prozent verlor und mit 4,8 Prozent schwächer bei gut 352 Dollar schloss. Der Kurssprung, den Musk vor zwei Tagen mit seiner Erwägung auslöste, Tesla zum Kurs von 420 Dollar zu privatisieren, ist damit weitgehend verpufft.

Über 70 Milliarden Dollar wären nötig, um den Elektroautobauer von der Börse zu nehmen und bislang wurde nicht geklärt, woher das Geld kommen soll. Die Firma selbst schreibt hohe Verluste und hat laut Analysten eher Finanzbedarf als überschüssige Mittel auf der hohen Kante. Das "Wall Street Journal" berichtete unter Berufung auf Insider, die US-Börsenaufsicht SEC habe Tesla bereits ins Visier genommen, um den Wahrheitsgehalt von Musks Aussagen zu prüfen. Die Behörde wollte sich dazu nicht äußern, Tesla ließ Anfragen unbeantwortet.

Sollte Musk nicht nachweisen können, dass die Finanzierung steht, könnte es brenzlig werden. Dann drohen nicht nur Konsequenzen durch die SEC, sondern auch Anlegerklagen wegen möglicher Marktmanipulation.

rb/se (ap, dpa, rtr)

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