Erstmals seit Jahren wählt Guinea neues Parlament | Aktuell Afrika | DW | 28.09.2013
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Afrika

Erstmals seit Jahren wählt Guinea neues Parlament

Die Menschen im westafrikanischen Guinea dürfen erstmals seit einem Jahrzehnt wieder an die Wahlurnen. Die Hoffnungen auf eine demokratische Zukunft des Landes sind groß.

Rund 1700 Kandidaten haben sich um die 114 Sitze in der Nationalversammlung beworben. Wem die Mehrheit der mehr als fünf Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme gibt, soll frühestens am Dienstag bekannt gegeben werden. Beobachter gehen davon aus, dass es zu einer Koalitionsbildung kommen wird. Die beiden größten Parteien in Guinea sind die regierende RPG von Präsident Alpha Condé und die UFDG seines Rivalen Cellou Dalein Diallo.

Die Parlamentswahl hätte eigentlich bereits spätestens Mitte 2011 stattfinden sollen, sechs Monate nach der Präsidentenwahl im Dezember 2010. Doch wegen anhaltender politischer Spannungen und ethnischer Konflikte in Guinea wurde sie immer weiter hinausgeschoben. Seit dem Ende der Militärherrschaft 2010 amtiert ein Übergangsparlament. Die neue Nationalversammlung wird es ersetzen.

Chance auf Stabilität

Präsident Condé äußerte die Hoffnung, dass die Wahl eine neue Epoche des Aufschwungs in dem westafrikanischen Land einleiten könnte: "Diese Wahlen werden uns erlauben, eine chaotische Übergangsphase zu überwinden", sagte er. Die letzten Wahlen 2002, die noch von der Militärregierung organisiert, aber von der Opposition boykottiert worden waren, wurden allgemein als Farce betrachtet.

Allerdings wirft auch diesmal die Opposition der Condé-Regierung vor, die Abstimmung manipulieren zu wollen. Mehr als hundert Beobachter der Afrikanischen und der Europäischen Union überwachen die Durchführung der Wahl. Es ist die erste demokratische Parlamentswahl seit der Unabhängigkeit Guineas von Frankreich im Jahr 1958.

Guineas Präsident Alpha Condé hört bei einer Sitzung der Afrikanischen Union zu (Foto: AP)

Präsident Alpha Condé

Hoffnungen gibt es auch aus wirtschaftlicher Sicht: Mit einer stabilen Regierung wäre Guinea wieer attraktiver für Investoren etwas aus dem Bereich Bergbau. Diese hatten sich wegen der politischen Lage und des Einbruchs der Metallpreise zurückgezogen. Das Land verfügt vor allem über die Rohstoffe Bauxit (ein Aluminium-Erz), Eisen, Gold und Diamanten. Zudem winken Guinea Finanzhilfen der Europäischen Union in Höhe von 140 Millionen Euro, die derzeit eingefroren sind.

Die Wahlvorbereitungen wurden von Gewahl überschattet. Bei Demonstrationen der Opposition wurden in den vergangenen Monaten mehr als 50 Menschen getötet. In der Wahlwoche wurden bei Protesten mehr als 70 Menschen verletzt. Christliche und muslimische Geistliche riefen daraufhin zu einer friedlichen Abstimmung auf.

nem/kle (rtr, afp)

Die Redaktion empfiehlt

Audio und Video zum Thema