Erneut mehr als 10.000 zivile Opfer | Aktuell Welt | DW | 22.02.2020
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Afghanistan

Erneut mehr als 10.000 zivile Opfer

Afghanistan kommt nicht zur Ruhe: Auch im vergangenen Jahr starben mehr als 3400 Bürger und fast 7000 weitere wurden aufgrund der Konflikte und Anschläge verletzt. Das teilte die UN-Mission UNAMA in Kabul mit.

Afghanistan Anschlag auf Krankenhaus in Sabul (picture-alliance/AP Photo/A. Wali Sarhadi)

Vor allem bei Anschlägen in Afghanistan sterben viele Menschen (Archivbild)

Die Zahl der zivilen Opfer sei 2019 zwar fünf Prozent niedriger als im Vorjahr, dennoch liege sie das sechste Jahr in Folge über 10.000, erklärte UNAMA-Chef Tadamichi Yamamoto. Die UNAMA ist die UN-Unterstützungsmission für Afghanistan. "Kaum ein Zivilist in Afghanistan ist nicht in irgendeiner Weise von der anhaltenden Gewalt betroffen." Es sei "zwingend erforderlich für alle Parteien, den Moment zu nutzen, um die Kämpfe zu stoppen, da Frieden lange überfällig ist", erklärte er.

Der Rückgang der Opferzahl wurde mit der nachlassenden Aktivität des Ablegers der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) im Osten Afghanistans erklärt. Dieser war im vergangenen Jahr weitgehend besiegt worden. Gleichwohl geht dem Bericht zufolge eine Mehrheit von rund 62 Prozent der Opfer auf das Konto militanter Gruppen wie der Taliban oder der Terrormiliz IS.

Dauerhaftes Friedensabkommen ab März?

Seit diesem Samstag wollen die Konfliktparteien in Afghanistan die Waffengewalt eine Woche lang "deutlich reduzieren". Sollte die Vereinbarung zwischen den USA, den Taliban und den afghanischen Streitkräften eingehalten werden, ist für den 29. Februar die Unterzeichnung eines Abkommens geplant, das den Weg zu einem dauerhaften Friedensabkommen ebnen könnte.

Afghanistan Anschlag auf Krankenhaus in Sabul (picture-alliance/AP Photo/A. Wali Sarhadi)

Afghanische Sicherheitskräfte bergen einen Verletzten nach einem Selbstmordanschlag (Archiv)

Der Verhandlungsführer auf der amerikanischen Seite, Zalmay Khalilzad, hat zudem erreicht, dass die Taliban zugestimmt haben, innerhalb von 15 Tagen nach der Unterzeichnung der Vertrags innerafghanische Verhandlungen über die politische Zukunft des Landes zu beginnen.

Die USA verhandeln seit mehr als einem Jahr mit den Taliban über das Abkommen, das unter anderem den Abzug von rund der Hälfte der 12.000 bis 13.000 US-Soldaten vorsieht. Im Gegenzug sollen die Taliban Garantien dafür geben, dass sie das Terrornetzwerk Al-Kaida und die Dschihadistenmiliz IS bekämpfen. Eine Einigung zwischen den USA und den Taliban gilt zudem als wichtiger Voraussetzung für direkte Friedensgespräche zwischen der afghanischen Regierung und den Islamisten.

nob/hf (epd, dpa, afp)

Die Redaktion empfiehlt