Ermittlungen im Fall Peggy eingestellt | Aktuell Deutschland | DW | 22.10.2020
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Kriminalität

Ermittlungen im Fall Peggy eingestellt

Jahrelang versuchte eine Sonderkommission der Kripo herauszufinden, wer das neunjährige Mädchen aus Oberfranken umgebracht hat. Die Suche blieb ohne Erfolg.

Deutschland Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen im Fall Peggy ein

Gedenkstein für das getötete Mädchen (Archivbild)

Die Staatsanwaltschaft Bayreuth hat die Ermittlungen im Fall der vor fast 20 Jahren getöteten Peggy eingestellt. Es lägen keine hinreichenden Beweise dafür vor, dass der zuletzt verdächtigte Manuel S. das Mädchen getötet habe, teilte die Behörde zusammen mit der Polizei Oberfranken mit. Der Tod der damals neunjährigen Peggy vor 19 Jahren bleibt somit ungeklärt.

Das Mädchen aus dem oberfränkischen Lichtenberg war 2001 auf dem Heimweg von der Schule verschwunden. Drei Jahre später wurde ein geistig behinderter Mann wegen Mordes an ihr verurteilt, 2014 allerdings in einem Wiederaufnahmeverfahren freigesprochen.

Verunreinigtes Werkzeug

2016 stieß ein Pilzsammler in einem Wald in Thüringen auf sterbliche Überreste, die mutmaßlich von Peggy stammen. Am Fundort wurden laut Staatsanwaltschaft Spuren des NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt entdeckt. Später räumte die Polizei ein, das DNA-Material sei durch verunreinigtes Werkzeug dorthin gelangt.

Deutschland Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen im Fall Peggy ein

Polizisten der bayerischen Bereitschaftspolizei suchen 2001 in der Nähe von Bad Steben nach Spuren

2018 wurde ein Mann festgenommen, der zunächst zu Protokoll gab, das bereits tote Mädchen in den Wald gefahren zu haben. Er wollte die Leiche von einem Bekannten an einer Bushaltestelle übernommen haben.

Widerrufenes Geständnis

Später widerrief er das Geständnis und behauptete, die Polizei habe ihn bei der Vernehmung unter Druck gesetzt. Dass der 41-Jährige an Peggys Tod beteiligt war, könne ihm "nicht mit der für eine Anklageerhebung erforderlichen Sicherheit nachgewiesen werden", teilten die Behörden schließlich mit. Es lägen keine hinreichenden Beweise vor, dass er Peggy allein oder gemeinsam mit anderen sexuell missbraucht und getötet habe.

2019 schloss die Sonderkommission ihre Arbeit ab und legte die Ergebnisse der Staatsanwaltschaft vor. Diese erklärte nun, es werde "keine weitere Anklage geben". Der "Ermittlungskomplex 'Peggy'" mit allen Verfahren sei "vollständig beendet".

jj/uh (dpa, afp)

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