Ermittler sehen bei Tat in Volkmarsen keinen politischen Hintergrund | Aktuell Deutschland | DW | 26.02.2020
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Hessen

Ermittler sehen bei Tat in Volkmarsen keinen politischen Hintergrund

Laut den Behörden hatte der mutmaßliche Täter bei seiner Fahrt in der nordhessischen Kleinstadt wohl keine "politische" Botschaft im Kopf. Dem Geschehen vom Rosenmontag nimmt es indes nichts von seinem Schrecken.

Polizei- und Rettungswagen haben den Mercedes-Kombi, das Tatfahrzeug, eingekreist (Foto: Reuters/E. Schulten)

Nach der Schreckensfahrt: Polizei- und Rettungswagen haben den Mercedes-Kombi, das Tatfahrzeug, eingekreist

Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt sieht bei der Tat im nordhessischen Volkmarsen bislang keinen politischen Hintergrund. "Wir haben derzeit keine dringenden Anhaltspunkte für eine politische Motivation", sagte ein Behördensprecher. "Wir ermitteln weiter in alle Richtungen."

Ein 29-jähriger Deutscher hatte am Rosenmontag sein Auto in die Zuschauer eines Karnevalsumzugs gesteuert. Einen Tag später erließ das Amtsgericht Kassel einen Haftbefehl wegen versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung und gefährlichen Eingriffes in den Straßenverkehr.

Auch 20 Kinder verletzt

Dem Mann wird vorgeworfen, sein Auto bewusst in Tötungsabsicht in eine größere Personengruppe gesteuert zu haben. Dabei wurden nach den jüngsten Angaben 61 Menschen im Alter von zwei Jahren bis 85 Jahren teils schwer verletzt, darunter 20 Kinder. Wegen seiner Kopfverletzungen ist der mutmaßliche Täter noch nicht vernehmungsfähig.

Ein zweiter Mann war wegen des Filmens eines "Gaffer-Videos" vorläufig festgenommen worden. Er ist inzwischen wieder auf freien Fuß, wie der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft bestätigte.

Hunderte verfolgen außerhalb der vollbesetzten Marienkirche in Volkmarsen den Gottesdienst für die Opfer (Foto: Reuters/T. Schmuelgen)

Hunderte verfolgen außerhalb der vollbesetzten Marienkirche in Volkmarsen den Gottesdienst für die Opfer

Am Dienstagabend besuchten Hunderte Menschen einen ökumenischen Gottesdienst, an dem auch der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier und Innenminister Peter Beuth teilnahmen. Die Pfarrkirche St. Marien war schon lange vor Beginn des Gottesdienstes vollbesetzt. Daher verfolgten hunderte Menschen, darunter auch viele Kinder und Jugendliche, auf dem Kirchplatz zwischen Fachwerkhäusern und dem Rathaus die Zeremonie. Einige Teilnehmer hielten sich im Arm und wischten Tränen weg. Nach dem Gottesdienst stellten Menschen Kerzen an der Kirche ab.

sti/uh (dpa, rtr)

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