Erdogan, Putin und Rohani beraten über Syrien-Konflikt | Aktuell Welt | DW | 16.09.2019
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Dreiergipfel

Erdogan, Putin und Rohani beraten über Syrien-Konflikt

Kriegsgegner an einem Tisch: Der türkische Präsident Erdogan hat den russischen Staatschef Putin und seinen iranischen Kollegen Rohani zu Gesprächen über Syrien empfangen. Ankara fürchtet eine neue Flüchtlingswelle.

Rohani, Putin und Erdogan (v. l.) im Februar im russischen Sotschi

Rohani, Putin und Erdogan (v. l.) im Februar im russischen Sotschi

Ringen um eine Lösung in Syrien: Die Türkei, Russland und der Iran beraten in Ankara über die katastrophale Situation in der umkämpften Rebellenhochburg Idlib. Darüber hinaus steht nach türkischen Angaben eine freiwillige Rückkehr von Flüchtlingen nach Syrien im Fokus der Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, Wladimir Putin und Hassan Rohani. 

In der Region Idlib leben rund drei Millionen Menschen. Syriens Regierung droht mit weiteren Angriffen auf das Gebiet. Dann könnten Hunderttausende Menschen in Richtung Türkei fliehen und von dort aus weiter Richtung Europa. Erdogan will eine weitere Eskalation der Kämpfe verhindern. Sein Land hat schon jetzt mehr als 3,6 Millionen syrische Flüchtlinge aufgenommen.

Einreisewillige aus Syrien warten Ende August an der türkischen Grenze

Einreisewillige aus Syrien warten Ende August an der türkischen Grenze

Die Türkei unterstützt in Syrien verschiedene Rebellengruppen. Russland und der Iran dagegen stehen auf der Seite des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Im sogenannten Astana-Prozess verhandeln die drei Staaten seit 2017 um eine Lösung im Bürgerkriegsland - bislang mit wenig Erfolg.

Militärfahrzeuge an einem türkischen Beobachtungsposten im Norden der Provinz Idlib

Militärfahrzeuge an einem türkischen Beobachtungsposten im Norden der Provinz Idlib

Im September vergangenen Jahres hatten sich Putin und Erdogan auf die Einrichtung einer Pufferzone in Idlib geeinigt. Schon damals sollte eine Regierungsoffensive verhindert werden. Das Abkommen scheiterte jedoch, unter anderem, weil sich die stärkste Rebellengruppe der Region, die militante islamistische Miliz "Haiat Tahrir al-Scham" (HTS), nicht an die Einigung gebunden fühlte.

Dorfbewohner in Al-Daher im Nordwesten der Provinz Idlib begutachten am Mittwoch Schäden nach einem Luftangriff

Dorfbewohner in Al-Daher im Nordwesten der Provinz Idlib begutachten am Mittwoch Schäden nach einem Luftangriff

Rohani plädierte nun für eine Fortsetzung des Kampfes in der Rebellenhochburg. "In Idlib sind die Terroristen noch anwesend und daher ist es notwendig, dass der Kampf gegen sie dort weitergeführt wird", sagte Rohani vor seiner Abreise nach Ankara.

Russland, die Türkei und der Iran bemühen sich zudem um die Bildung eines Verfassungsausschusses für Syrien. Ende August hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel beim G7-Gipfel in Biarritz gesagt, ein solcher politischer Prozess könne bald beginnen.

stu/rb (dpa, afp, rtr)

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