Erdogan landet auf neuem Istanbuler Megaflughafen | Aktuell Europa | DW | 21.06.2018
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Türkei

Erdogan landet auf neuem Istanbuler Megaflughafen

Das nennt man PR auch in eigener Sache: Drei Tage vor den Parlaments- und Präsidentschaftswahlen in der Türkei ist Präsident Erdogan auf dem neuen Flughafen in Istanbul gelandet. Der Staatschef kam im Privatjet.

Das Flugzeug von Präsident Recep Tayyip Erdogan setzte auf der ersten fertigen Landebahn des Flughafens im Nordwesten der Bosporus-Metropole auf. Der Flughafen, der sich noch im Bau befindet und der noch keinen Namen hat, soll zum Tag der Republik am 29. Oktober eröffnet werden.

Einer der größten weltweit

Mit 250 Fluglinien und 350 Zielen soll der Flughafen an der Küste des Schwarzen Meeres eines der größten Luftdrehkreuze der Welt werden. Im April meldete Verkehrsminister Mehmet Arslan, dass 85 Prozent des Projekts vollendet seien, das zehn Milliarden Dollar kosten soll. Die Opposition wirft der Regierung vor, die Arbeiter so unter Druck zu setzen, dass es auf der Baustelle bereits Hunderte tödliche Unglücke gegeben habe. Die Regierung bestreitet das und behauptet, die Zahlen würden nicht stimmen.

Istanbul hat bereits zwei internationale Flughäfen, doch soll der Atatürk-Flughafen auf der europäischen Seite geschlossen werden, sobald der neue Airport in Betrieb ist. Im Wahlkampf hat Erdogan versprochen, den Atatürk-Flughafen zu einem Volkspark umzuwandeln. Mit sechs Rollbahnen soll der neue Flughafen ähnlich wie Heathrow oder Dubai zunächst 90 Millionen Fluggäste im Jahr haben, doch soll ihre Zahl langfristig auf 250 Millionen steigen.

Ein Bauprojekt nach dem anderen

Erdogan hebt in seinen Wahlkampfreden immer wieder hervor, was er alles zum Ausbau der Infrastruktur in der Türkei geleistet hat. Neben dem Flughafen hatte er allein in Istanbul eine dritte Brücke über und zwei Tunnel unter dem Bosporus bauen lassen. Zudem plant er einen riesigen Schifffahrtskanal, um die Seestraße zu entlasten. Die Opposition bezweifelt aber, dass die Großprojekte ökonomisch sinnvoll sind, während Naturschützer ihre Folgen für die Umwelt kritisieren.

haz/wo (afp, rtr, dpa)

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