Entwicklungsminister Müller startet Ausbildungspakt in Tunesien | Aktuell Welt | DW | 11.10.2018
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Entwicklungszusammenarbeit

Entwicklungsminister Müller startet Ausbildungspakt in Tunesien

Mit einer neuen Initiative will Entwicklungsminister Gerd Müller die Situation von jungen Menschen in Tunesien verbessern. Allein in der Autoindustrie sollen bis zu 7500 neue Jobs entstehen.

Gerd Müller (M.) bei einer Betriebsbesichtigung in Tunis (picture-alliance/dpa/S. Kremer)

Gerd Müller (M.) bei einer Betriebsbesichtigung in Tunis

Deutschland ist für Tunesien inzwischen das größte Geberland, wenn es um Entwicklungsprojekte geht - aber die Wirtschaft in Tunesien lahmt. Deutsche Firmen sollen neue Jobs schaffen, so das Ziel des deutschen Entwicklungsministers Gerd Müller. "Wir investieren in die Zukunft der tunesischen Jugend", sagte Müller bei einem Besuch in der Hauptstadt Tunis.

Müller unterschrieb dort sieben Vereinbarungen mit deutschen Firmen in dem nordafrikanischen Land. Unter anderem sollen so auch Arbeitsmöglichkeiten für abgelehnte tunesische Asylbewerber und Rückkehrer in ihrer Heimat geschaffen werden. Allein im Automobilbereich sollen weitere 7500 Arbeitsplätze entstehen. Auch im Tourismus soll es künftig eine engere Kooperation zwischen dem deutschen und dem tunesischen Tourismusverband geben. 

Eine Mitarbeiterin des deutschen Automobilzulieferers Marquardt bei der Arbeit in dem Werk in Tunis (picture-alliance/dpa/S. Kremer)

Eine Mitarbeiterin des deutschen Automobilzulieferers Marquardt bei der Arbeit in dem Werk in Tunis

Vor der Unterzeichnung hatte Müller ein Werk des Automobilzulieferers der deutschen Marquardt-Gruppe besucht, wo elektronische Schalter und Sensoren hergestellt werden. Insgesamt gibt es in Tunesien 260 Unternehmen mit deutscher Beteiligung, die mehr als 60.000 Mitarbeiter beschäftigen. "Tunesien ist ein Hoffnungsträger in Nordafrika", sagte Müller. "Aber noch kommt die Wirtschaft nicht richtig in Schwung." Jeder dritte Tunesier ist jünger als 24 und die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei 30 Prozent.

Tunesien könne Modellpartner für die deutsche Wirtschaft werden, sagte Müller. Neben der Schaffung von Arbeitsplätzen in dem Land könne er sich auch eine geleitete Zuwanderung von Fachkräften für eine bestimmte Zeit vorstellen. Zudem solle der Austausch im Jugendbereich verbessert werden. 

Projekte in Höhe von 1,7 Milliarden Euro

Neben Ghana und der Elfenbeinküste ist Tunesien ein so genannter Reformpartner des Ministeriums für Entwicklungszusammenarbeit. Deutschland will diese Länder mit privaten Investitionen und der Schaffung von Arbeitsplätzen besonders unterstützen, wenn sie im Gegenzug Demokratisierung, den Kampf gegen Korruption und Wirtschaftsreformen vorantreiben. 

Tunesien hat nach dem sogenannten Arabischen Frühling als einziges Land der Region einen demokratischen Wandel eingeleitet. Deutschland unterstützt Tunesien derzeit mit Projekten in Höhe von 1,7 Milliarden Euro. 

stu/rb (dpa, epd)

Die Redaktion empfiehlt