Entsetzen nach der Ermordung eines Lehrers | Aktuell Europa | DW | 17.10.2020
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Frankreich

Entsetzen nach der Ermordung eines Lehrers

Nach dem brutalen Mord an einem Lehrer hat die Staatsanwaltschaft weitere Details bekanntgeben. Der mutmaßliche Täter ist demnach Russe tschetschenischer Herkunft und war in Frankreich als Flüchtling registriert.

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Entsetzten nach Ermordung eines Lehrers

Der 18-Jährige sei 2002 in Moskau geboren worden und sei russischer und tschetschenischer Herkunft, sagte Staatsanwalt Jean-François Ricard. Er habe seit dem Frühjahr einen Flüchtlingsstatus in Frankreich und sei bisher geheimdienstlich nicht aufgefallen.

Er wurde demnach von der Polizei kurz nach der Tat erschossen. Der Mann war mit einem Messer und einer Softair-Pistole bewaffnet - in der Nähe des Tatorts in dem Pariser Vorort Conflans-Sainte-Honorine fand die Polizei außerdem ein rund 30 Zentimeter langes blutverschmiertes Messer.

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Das Opfer, ein 47-jähriger Geschichtslehrer, hatte zahlreiche Wunden am Oberkörper und Kopf und wurde enthauptet aufgefunden, wie Ricard sagte. Er sei auf dem Weg nach Hause von der Schule gewesen. Der Täter habe ihm aufgelauert. Der Staatsanwalt führte aus, dass dem Angriff bereits Drohungen gegen den Lehrer und die Schule vorausgegangen waren. Die französische Anti-Terror-Staatsanwalt ermittle und habe mehrere Menschen in Gewahrsam genommen, darunter Familienmitglieder des mutmaßlichen Täters. Insgesamt befinden sich nun elf Menschen in Polizeigewahrsam. 

Nach Angaben aus Gerichtskreisen wurde auch der Vater eines Schülers des Opfers festgenommen. Der Lehrer hatte Anfang Oktober im Rahmen der Debatte über Meinungsfreiheit und die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen der Satirezeitung "Charlie Hebdo" im Unterricht entsprechende Zeichnungen gezeigt. Daraufhin veröffentlichte ein Vater Posts in sozialen Netzwerken, beschwerte sich bei der Schulleitung und machte gegen den Lehrer mobil. Er soll auf youtube dazu aufgerufen habe, den Lehrer "auszuschalten".

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Kurz nach der Tat wurde ein Foto des Opfers im Netz gepostet. "Ich habe einen ihrer Höllenhunde hingerichtet, der es gewagt hat, Mohammed herabzusetzen", zitierte der Staatsanwalt aus dem Tweet. Der Tweet ist mittlerweile gesperrt. Laut Polizei ist unklar, ob die Nachricht vom Angreifer selbst verschickt wurde.

Nach den Worten von Präsident Emmanuel Macron handelt es sich bei dem Angriff "eindeutig" um einen "islamistischen Terroranschlag".

qu/uh (dpa, afp)

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