England: Geimpfte aus EU und USA kommen leichter rein | Aktuell Europa | DW | 28.07.2021
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Corona

England: Geimpfte aus EU und USA kommen leichter rein

Nach einer leicht sinkenden Corona-Infektionsrate in Großbritannien bleibt London weiter auf Lockerungskurs. Diesmal geht es um Quarantänebestimmungen nach der Einreise - allerdings nur in England.

Schild mit Aufschrift UK Border

Spätestens hier muss ein negativer Test vorgelegt werden

Vollständig gegen das Coronavirus geimpfte Reisende aus der EU und den USA müssen sich nach der Einreise in England künftig nicht mehr in Quarantäne begeben. Die Quarantäne-Auflagen fallen in der Nacht zum kommenden Montag weg, wie der britische Verkehrsminister Grant Shapps auf Twitter mitteilte.

"Wir helfen dabei, Menschen, die in den USA und in Europa leben, wieder mit ihren Familien und Freunden zusammenzubringen", erklärte Shapps. Alle Reisenden müssen allerdings weiterhin vor Reiseantritt sowie zwei Tage nach ihrer Ankunft in England einen Corona-Test machen. Reisende, die in den USA geimpft wurden, müssen außerdem nachweisen, dass sie dort leben.

Auflagen beim Impfstoff

Die Befreiung von der Quarantäne-Pflicht gilt den Angaben zufolge für alle, die vollständig mit einem von der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA oder der US-Behörde FDA zugelassenen Impfstoff geimpft sind. Bislang waren lediglich Menschen ausgenommen, die den Impfstoff in Großbritannien verabreicht bekommen hatten - sehr zum Leidwesen der vielen Briten, die im Ausland leben. 

Paar mit Koffern vor einem Flughafen

Vom Flughafen direkt in die Quarantäne - für Reisende aus Hochrisikogebieten gilt diese Regelung in England weiterhin

Die neuen Regeln gelten lediglich für die Einreise nach England. Die Regionalregierungen von Schottland, Wales und Nordirland erlassen ihre eigenen Einreisebestimmungen. Auch Reisende aus Frankreich fallen nicht unter die neue Regelung. London hat Frankreich wegen der Verbreitung der Beta-Variante des Coronavirus als Sonderfall eingestuft.  

Impfstoffspende für das Ausland

Premierminister Boris Johnson sei besorgt, sein Land könne seinen "Impfbonus" einbüßen und hinter Europa zurückfallen, hieß es vor der Ankündigung bereits in der "Times". Mehr als 88 Prozent der erwachsenen Briten haben bereits eine Dosis erhalten, knapp 71 Prozent sind vollständig geimpft. Großbritannien spendet nun mehr als sieben Monate nach dem Start der eigenen Impfkampagne erstmals Corona-Impfdosen ins Ausland.

Neun Millionen Dosen sollen laut Außenminister Dominic Raab in mehrere asiatische Länder und nach Kenia und Jamaika geliefert werden, teils über die COVAX-Initiative, teils direkt. London hatte dies beim G7-Gipfel im Juni angekündigt, bis Mitte nächsten Jahres will das Vereinigte Königreich 100 Millionen Impfdosen abgeben.

Vorwurf Impfnationalismus

Großbritannien hatte bei den Herstellern so viel Impfstoff bestellt, dass es ausreichen würde, um die eigene Bevölkerung mehrfach zu impfen. Da das Land bislang jedoch kaum Impfstoff exportierte und keine Dosen spendete, wurde den Briten immer wieder Impfnationalismus vorgeworfen.

Die internationale Impfinitiative COVAX rechnet in den kommenden sechs bis acht Wochen mit einem deutlichen Anstieg der Spenden von Impfdosen für arme Länder. Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mitteilte, erwarte COVAX in diesem Zeitraum 250 Millionen Impfdosen.

fab/kle (dpa, afp rtr)

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