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Emre Can - Hüter der Dortmunder Defensive

14. Februar 2020

Emre Can dämpft gegen Eintracht Frankfurt den Offensivdrang von Borussia Dortmund - und führt sein Team zu einem ungefährdeten Sieg gegen die Hessen. Der 26-Jährige übt großen Einfluss auf das BVB-Spiel aus.

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Fußball: Bundesliga  Borussia Dortmund - Eintracht Frankfurt
Bild: imago images/U. Kraft

Die Menschen im Dortmunder Stadion wussten die Leistung zu schätzen. Als Emre Can nach 62 Minuten das Spielfeld leicht humpelnd verlassen musste, spendenten sie freundlichen Applaus für den Neuzugang von Borussia Dortmund. Can hatte seine Aufgabe beim 4:0 (1:0) ohne Fehl und Tadel erledigt. Lukasz Piszczek (33. Minute), Jadon Sancho (50.), Erling Haaland (54.) und Raphael Guerreiro (74.) sorgten für den nie gefährdeten Sieg gegen die enttäuschende Mannschaft von Trainer Adi Hütter.

Auch wenn das hohe Ergebnis etwas anderes signalisiert: So aufregend und spektakulär, wie man es an sich von der Dortmunder Borussia gewohnt ist, war dieser Sieg gegen Frankfurt nicht. Und daran hatte vor allem Can einen großen Anteil.    

Can und Witsel leiten das Dortmunder Spiel 

Bei seiner Dortmund-Premiere in der Vorwoche im Spiel bei Bayer 04 Leverkusen stürmte Can ebenfalls so intensiv, wie es ihm seine Mitspieler vormachten - und gab gemeinsam mit dem Team einen schon sicher geglaubten Sieg noch aus der Hand. Doch gegen die Eintracht ließ er sich vom Offensivgeist seines Teams nicht mehr mitreißen und spielte seine ganz eigene Rolle.

Der 26-Jährige spielte eine gewichtige Rolle in der zentralen defensiven Mittelfeldposition. Gemeinsam mit seinem Nebenmann Axel Witsel bestimmte er geschickt das Spiel seines Teams. Und auch im Wechselspiel zwischen Offensive und Defensive fanden beide eine gute Balance. Wenn der eine sich in den Angriff einschaltete, dann hielt der andere dem Kollegen den Rücken frei - und andersherum. Eine Lücke in der Defensive durfte nicht entstehen, das war Cans Hauptaugenmerk. 

Zurückhaltende Dortmunder

Vor allem schienen die ungewöhnlich offenen Worte Cans nach der spektakulären 3:4-Pleite in der Vorwoche bei seinen Kollegen gefruchtet zu haben. Nach der Partie hatte sich Can ziemlich desillusioniert über das Abwehrverhalten seines neuen Teams geäußert. Seine Mannschaft müsste insgesamt "dreckiger verteidigen", sagte der Nationalspieler und führte aus: "Es war genau das Spiel, was man über Dortmund sagt: man führt, spielt schönen Offensivfußball, aber defensiv müssen wir alle zusammen besser stehen. Ich meine damit die gesamte Mannschaft, von vorne bis hinten. Das müssen wir lernen."   

Und tatsächlich gingen die Dortmunder die Partie wesentlich zurückhaltender an als in in den Vorwochen. Nicht die Offensive, sondern die Defensive stand im Vordergrund der Dortmunder Bemühungen. Das Offensivspiel kam in der ersten Hälfte sogar ungewohnt zäh daher. Und Can achtete fast so streng wie ein Lehrer in der Abiturprüfung darauf, das diesmal auch wirklich niemand seine Abwehr-Aufgaben vernachlässigte. 

Can geht mit großem Einsatz voran

Diese Herangehensweise sollte sich für den BVB gegen Frankfurt auszahlen: Das Spektakel rückte zugunsten der Effektivität in den Zweikämpfen und des kühlen Pragmatismus in der Defensive in den Hintergrund. Dafür haben die Vereinsverantwortlichen um Sportdirektor Michael Zorc und Klub-Chef Hans-Joachim "Aki" Watzke den Nationalspieler Ende Januar von Juventus Turin für zunächst eine Million Euro Ausleihgebühr - mit einer anschließen Kaufverpflichtung in Höhe von 25 Millionen Euro - nach Dortmund geholt.

Can soll diese Portion Entschlossenheit und Kampfkraft in das Dortmunder Spiel bringen. Gegen Frankfurt, bei seiner Heimpremiere im Schwarz-Gelb, wies Can bereits nach, dass er derjenige ist, der diese Dortmunder Schwäche in dieser Saison beheben kann. Mit 15 gewonnen Zweikämpfen führte er diese Kategorie bis zu seiner Auswechslung an. Nach einer Stunde hatte Can auch schon rund acht Kilometer auf dem Feld abgespult. Can ging voran, seine Teamkollegen folgten ihm. Nicht einmal einen mickrigen Schuss auf das BVB-Tor brachten die Frankfurter an diesem kühlen Abend zustande.